Kirche putzt sich ab: Aussagen von Laun nur „Privatmeinung“

Für HOSI Salzburg ist das Wegschauen der Erzdiözese bei den Ausrutschern Launs ein Skandal

Andreas Laun
Josef Kuss/Bischofskonferenz

Nicht nur in Deutschland sorgen die Äußerungen des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun für Widerstand. In einem „Hirtenbrief“, den der 74-jährige Geistliche auf der konservativen Internetseite kath.net veröffentlichte, schrieb er in Bezug auf Homosexualität von „gestörten Männern und Frauen“. Die „Gender-Ideologie“ bezeichnete er als Lüge des Teufels und setzte sie so mit dem Nationalsozialismus gleich.

In Deutschland haben deshalb einige SPD-Politiker angekündigt, Laun und das Internet-Portal wegen Verhetzung bei der Staatsanwaltschaft Berlin anzuzeigen. In Österreich gibt es seitens der Amtskirche aber keine Konsequenzen gegen den auch intern umstrittenen Geistlichen.

Kirchensprecher wil „Meinung des Weihbischofs“ nicht kommentieren

Gegenüber dem „Kurier“ sagte Wolfgang Kumpfmüller, Pressesprecher der Erzdiözese Salzburg, man habe „nicht immer große Freude“ mit den umstrittenen Alleingängen Launs. Konsequenzen gebe es aber keine: „Das ist die Meinung des Weihbischofs. Das ist sein gutes Recht“, sagt Kumpfmüller.

Das sieht der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner, der Laun und kath.net gemeinsam mit anderen Parteifreunden angezeigt hat, anders. „Ein katholischer Bischof vertritt nie eine Einzelmeinung, er ist eine öffentliche Person“, erklärt er dem „Kurier“ – und fügt hinzu: „In der Radikalität eines Bischofs Laun würde aber kein deutscher Bischof auftreten“

HOSI Salzburg hält Aussage der Erzdiözese für „Skandal“

Eine Meinung, die auch die HOSI Salzburg teilt. „Die Positionierung der katholischen Kirche und insbesondere der Erzdiözese Salzburg ist ein Skandal!“ erklärt deren Josef Lindner. Dass Kumpfmüller die Aussagen des Weihbischofs als Privatmeinung abtut, ist für Lindner eine „Farce“. „Wir fordern daher weiterhin eine klare Positionierung und eine Entschuldigung von Erzbischof Franz Lackner und Kardinal Christoph Schönborn“, so der Obmann der HOSI Salzburg.

Lesben, Schwule, Bisexuelle, transidente und intergeschlechtliche (LGBTI) Menschen sind in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden – auch in der katholischen Kirche – und sie verdienen Respekt, so die HOSI Salzburg weiter. „Gerade ein Verein wie die katholische Kirche steht in der Verantwortung, sich aktiv gegen Hassreden aus den eigenen Reihen zu wenden“, so Lindner abschließend.