Front in Senegal macht gegen Schwule mobil

In Senegal machen religiöse Führer nach der Entlassung von neun schwulen Aids-Aktivisten mobil: Mehr als 20 islamische Vereinigungen und religiöse Führer haben die Gründung einer „Islamischen Front zur Verteidigung ethischer Werte“ bekanntgegeben.

Eines der Mitglieder dieser Front, Bamar Gueye, hat am Ausgang einer Moschee in der Hauptstadt Dakar eine Erklärung verlesen, in der er von einer „gefährlichen Verschwörung gegen die religiösen Werte“ sprach. Diese soll die Legalisierung der Homosexualität zum Ziel haben.

So soll es laut Gueye eine „Geheimlobby“ geben, die die Zustimmung des Senegal zur UNO-Deklaration gegen die Diskriminierung und Entkriminalisierung von Homosexuellen erreichen will. Mit der „Front“ wollen die Aktivisten eine dauerhafte Struktur ins Leben zu rufen, die dem entgegenwirke. Dabei berufen sie sich auf den Propheten Mohammed: „Wenn euch Leute unterkommen, die dabei sind, die Praktiken des Volkes Lot zu praktizieren, tötet sie“, zitieren sie den Religionsstifter.

Im Senegal wird Homosexualität mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft. Erst vor kurzem hat sich Mamadou Lamine Diop, der populäre Imam eines Vororts von Dakar, vor Journalisten dafür ausgesprochen, Schwule, die ihre Sexualität ausleben, zu töten: „Das sind Leute, die es verdienen, (…) die Friedhofsstille zu teilen (…) dass sie ganz einfach eliminiert werden.“