Wird TIMM zum Pay-TV-Sender?

Jede Menge Fragezeichen gibt es über die Zukunft von TIMM, dem ersten deutschsprachigen Fernsehsender für Schwule. Für Besorgnis unter den TIMM-Fans sorgt vor allem eine Internet-Umfrage, ob sie dem Sender auch als Pay-TV-Kanal die Treue halten würden.

Recherchen von GGG.at zufolge hatte TIMM vor allem Probleme mit den Erlösen und zu teures Programm: So arbeitete die Sales-Abteilung, für die Werbeeinnahmen des Senders zuständig, verglichen mit dem Branchenschitt relativ ineffektiv. Außerdem wurden viele ausländische Serien teuer selbst synchronisiert, konnten dann aber nicht an andere deutschsprachige Sender weiterverkauft werden – TIMM blieb auf den Kosten sitzen.

Mit einem Abo könnten die Einnahmen nun stabiler einberechnet werden. „Es wird derzeit über viele Möglichkeiten nachgedacht, und Pay-TV ist eine davon“, bestätigt eine anonyme Quelle dem Internetportal „queer.de“. Konkrete Pläne dafür gebe es aber noch nicht.

Im deutschsprachigen Raum ist Pay TV aber meist keine wirklich zufriedenstellende Variante für Fernsehsender: So kämpft das größte Pay-TV-Portal „sky“ mit niedrigen Abonnentenzahlen, im Laufe seiner Geschichte wurde der Sender schon des öfteren verkauft und umbenannt.

Dafür versucht TIMM nun, Zeitschienen mit weniger Sehern gewinnbringend zu nutzen: Nachmittags sendet TIMM jetzt Dauerwerbesendungen. Damit wird einerseits selbst Geld beim Programm gespart, andererseits bringt das Gesendete zusätzliche Einnahmen. Den meisten Zusehern dürfte diese Anpassung entgehen, da sie meist erst ab 18 Uhr einschalten.

Oberste Priorität für TIMM hat die Aufrechterhaltung des Sendebetriebs. Denn der Schwulensender ist nur solange für Investoren interessant, solange sein Programm zu empfangen ist. Wie viel Zeit TIMM wirklich noch bleibt, steht aber in den Sternen.