Schwuler Priester darf kein englischer Bischof werden

In der anglikanischen Kirche Englands darf es offenbar keine schwulen Bischöfe geben. Medienberichten zufolge ist der offen homosexuelle Bischofsanwärter Jeffrey John bereits zum zweiten Mal gescheitert.

John ist derzeit Dekan von St. Albans bei London und ein hoch anerkannter Geistlicher. Vor einigen Jahren ging er eine Eingetragene Partnerschaft mit seinem Priesterkollegen Grant Holmes ein, lebt aber nach eigener Darstellung zölibatär.

Trotzdem ist die Beziehung seiner Karriere nicht förderlich: Die vom Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, geleitete Nominierungskommission der Church of England strich seinen Namen von der Liste der Kandidaten für das Bistum Southwark. Das berichten die Tageszeitungen „Times“ und „Daily Telegraph“ übereinstimmend. Southwark gehört zur „ersten Liga“ der englischen Bistümer, allein dafür nominiert zu werden ist eine Anerkennung der fachlichen Kompetenz der Kandidaten.

Für John ist es schon das zweite Mal, dass ihm die Chance auf einem Bischofsstuhl genommen wurde. Im Jahr 2003 wurde er bereits zum Bischof in Reading ernannt, doch danndrängte ihn Rowan Williams zum Amtsverzicht: Der Primas der anglikanischen Kirche hatte sich gegen die Weihe von deklarierten und praktizierenden Homosexuellen ausgesprochen.

Damit wollte er den Konflikt zwischen dein einzelnen regionalen anglikanischen Kirchen beruhigen: Liberale Landeskirchen wie die US-amerikanische Episkopalkirche haben kein Problem mit homosexuellen Geistlichen, während sich einige afrikanische Landeskirchen auch durch entsprechende Aufrufe an der Verfolgung von Schwulen und Lesben in ihren Ländern beteiligen.

Geholfen hat das der Einheit der Anglikaner nicht: Die Episkopalkirche hat mittlerweile zwei homosexuelle Bischöfe: Gene Robinson in New Hampshire und Mary Glasspool in Los Angeles. Konservative Anglikaner in den USA haben mittlerweile ihre eigene Kirche gegründet – mit Unterstützung ihrer afrikanischen Glaubensbrüder, und ohne Anerkennung von Rowan Williams.