Schwule dürfen auch weiterhin kein Blut spenden

Schwule und bisexuelle Männer werden bis auf weiteres in Österreich kein Blut spenden dürfen. Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des Grünen Justizsprechers Albert Steinhauser an Gesundheitsminister Alois Stöger hervor.

Stöger habe zwar eine Änderung der Blutspendeverordnung in Auftrag gegeben, nach der „bei der Befragung des Spenders keine diskriminierenden Formulierungen verwendet werden“ dürften. Derzeit werden Blutspender gefragt, ob sie als Mann jemals Sex mit einem Mann hatten – unabhängig davon, wann dieser Kontakt war, ob ein Kondom verwendet wurde oder welche Art von Sex die beiden Männer überhaupt hatten. Allerdings würden derzeit „die Stellungnahmen der befragten Experten evaluiert“, wie es aus dem Gesundheitsministerium weiter heißt.

Und auch, dass eine Änderung der Fragestellung ein Ende des Blutspendeverbots für schwule und bisexuelle Männer bedeutet, darf bezwefelt werden. Das Rote Kreuz als größte Blutspendeorganisation Österreichs will den Bericht einer EU-Expertenkommission abwarten. Dieser soll im ersten Quartal 2011 erscheinen.

In den meisten europäischen Ländern sind Männer, die Sex mit Männern haben oder hatten, vom Blutspenden ausgeschlossen. Ausgenommen davon sind Russland und Bulgarien, in Ungarn kommt es auf den Zeitpunkt des letzten gleichgeschlechtlichen Sexualkontaktes an, ob ein Mann Blut spenden darf oder nicht.