[Video] Schwuler Teenager in den USA nach Selbstmordversuch gestorben

In den Vereinigten Staaten ist gestern ein 13-jähriger Bub gestorben – zehn Tage, nachdem er einen Selbstmordversuch unternommen hatte, weil er an seiner Schule wegen seiner Homosexualität gehänselt wurde.

Seth Walsh aus dem kalifornischen Ort Tehachapi wurde am 19. September bewusstlos und ohne Atmung gefunden, nachdem er versucht hatte, sich in seinem Hinterhof an einem Baum aufzuhängen. Er wurde mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wo die Ärzte versuchten, sein Leben zu retten. Doch es gab keine Hoffnung mehr: Vor wenigen Stunden willigte die Familie von Seth ein, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden.

Seth lebte offen schwul und wurde dafür in der Schule und in einem Park ständig gehänselt. Als er im letzten Jahr auf die Jacobsen Mittelschule kam, wurde er nach zwei Wochen wieder aus dem Unterricht genommen. Der Grund dafür waren vermutlich ununterbrochene Hänseleien von Mitschülern, auch wenn das die Schulbehörde abstreitet. Jene Kinder, die Seth in den Tod getrieben haben, werden dafür nicht bestraft: Hänseln ist nicht strafbar.

Unter Tränen appeliert Seths Großmutter Judy Walsh zu mehr Toleranz: „Wir hoffen, das die Gesellschaft mehr Toleranz für Menschen entwickeln wird, die anders sind“, sagte sie einer lokalen Zeitung.

Besonders erschütternd: Seth Walsh ist bereits der dritte Jugendliche, der sich in diesem Monat in den USA das Leben genommen hat, weil er wegen seiner Homosexualität Probleme hatte. Am 9. September erhängte sich der 15-jährige Billy Lucas aus Greensburg im US-Bundesstaat Indiana im Haus seiner Großmutter, weil er über Jahre wegen seiner sexuellen Orientierung schikaniert wurde. Und am 23. September erschoss sich der 13-jährige Asher Brown in der texanischen Hauptstadt Houston, nachdem er von der Schule nach Hause kam – wo er ständig bedroht und gehänselt wurde, wie sich seine Mutter und sein Stiefvater erinnern.