Jeder fünfte Brite kennt HIV-Risiko bei ungeschütztem Sex nicht

Alarmierende Zahlen kommen aus Großbritannien: Einer aktuellen Studie zufolge weiß einer von fünf Befragten nicht, dass HIV durch ungeschützten Sex übertragen werden kann.

Dabei gibt es innerhalb der Bevölkerungsgruppen teils gravierende Unterschiede im Wissensstand: Während insgesamt jeder fünfte Befragte nicht wusste, dass ungeschützter Sex zwischen Männern zu einer Ansteckung führen kann, waren es bei Befragten aus Afrika oder der Karibik jeder zweite.

Besonders bedenklich: Seit 2007 hat sich die Zahl jener verdoppelt, die glauben, dass HIV durch Küssen oder Anspucken übertragen werden kann. Fast zehn Prozent der Befragten halten das für eine Möglichkeit, sich mit dem Virus zu infizieren. Im Gegenzug wusste weniger als die Hälfte der Befragten, dass das HI-Virus auch durch gemeinsam genutzte Spritzen und Nadeln übertragen werden kann.

Fast die Hälfte der Befragten glaubte, es gebe keinen Weg, dass eine HIV-positive Mutter ein nicht-infiziertes Kind zur Welt bringt. Mittlerweile ist aber genau das in 99 Prozent der Fälle möglich. Insgesamt kannten nur dreißig Prozent der Befragten die korrekten Infektionsmöglichkeiten.

Dafür scheint die Stigmatisierung von Menschen mit HIV in Großbritannien langsam überwunden zu werden: Zwei von drei Befragten gaben an, Mitgefühl mit HIV-Positiven zu haben. Fast drei Viertel waren der Meinung, Infizierte sollten gleich viel Respekt und Unterstützung bekommen wie Krebskranke. Nur elf Prozent haben kein Verständnis für Menschen mit HIV. Für Positive, die sich durch ungeschützten Sex angesteckt hatten, steigt diese Zahl aber auf 30 Prozent.

Der „National AIDS Trust“ hat die Umfrage bereits zum vierten Mal durchgeführt. Insgesamt wurden 1.944 Menschen befragt.