Polizei prügelt Transsexuelle in Kuba zu Tode

In Kuba soll eine junge Transsexuelle im Gefängnis von Polizisten gefoltert und getötet worden sein. Das berichtet die Homepage „Cubanet“. Eine unabhängige Bestätigung des Vorfalls gibt es nicht, da es in Kuba keine freie Presse gibt.

Die 18-jährige „Jessica“ Leidel Luis soll dem Bericht zufolge am 4. Jänner in Guáimaro im Süden der Insel bei einer Verkehrskontrolle angehalten worden sein. Die Polizisten beschimpften sie als „schwarze Schwuchtel“ und nahmen sie anschließend mit auf die Wache. Wie ein Mitgefangener „Cubanet“ berichtet, soll sie dort wiederholt verprügelt worden sein, bis sie in der Zelle ihren Verletzungen erlag. Daraufhin sollen die Polizisten noch in der Nacht ihre Leiche an einen unbekannten Ort gebracht haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Homo- oder Transsexuelle in Polizeigewalt um ihr Leben bangen müssen: Wie die Aktivistengruppe „El Observatorio Cubano de los Derechos de la Comunidad LGBT“ berichtet, soll vor wenigen Monaten ein 34-Jähriger in einem Gefängnis in Havanna gestorben sein. Die Gruppe berichtet, bereits mehrere homophobe Übergriffe durch die Behörden dokumentiert zu haben.

Das widerspricht dem Bild, dass die kommunistische Führung sich in der Öffentlichkeit geben will: Unter der Führung von Mariela Castro, der Tochter von Staatspräsident Raúl, wurden immer wieder Reformen angekündigt, bis hin zur Einführung von Eingetragenen Partnerschaften und Eingetragenen Partnerschaften. Castro beklagte auch immer wieder die weit verbreitete Homophobie in der kubanischen Bevölkerung.

Die Beobachtungen diverser Aktivisten deuten allerdings darauf hin, dass auch der kubanische Staat nicht wirklich lesben- und schwulenfreundlich geworden ist. Francisco Rodríguez Cruz, ein schwuler Blogger in Kuba, berichtet von regelrechten Hetzjagden der Polizei an schwulen Treffpunkten. Und auch der Dissident Roberto de Jesús Guerra berichtet, dass die Behörden mit aller Gewalt Treffen von schwul-lesbischen Aktivisten unterbinden würden.

In Kuba galt Homosexualität als kapitalistischer Makel. Deshalb war sie bis 1979 verboten, viele Schwule starben in Internierungslagern. Doch auch heute können Lesben, Schwule und Transsexuelle nicht unbehelligt leben: Oft werfen ihnen die Behörden „antisoziales Verhalten“ vor.