‚Ungarische Regierung schützt Budapester Eurogames‘

Die Eurogames, die heuer von 27. Juni bis 1. Juli in Budapest stattfinden, werden von der Polizei mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln vor möglichen Angriffen von Rechtsradikalen geschützt. Das hat der ungarische Botschafter in Deutschland, József Czukor, heute versichert.

Damit widerspricht der Botschafter der deutschen Bundesregierung. Diese hatte im Februar im Parlament mitgeteilt, es sei „damit zu rechnen, dass Rechtsextreme versuchen werden, auch die Eurogames zu stören.“ Allerdings gibt es verglichen mit der Budapest Pride „grundsätzlich bessere Voraussetzungen für den Schutz der Teilnehmer“, weil die Veranstaltungen in Sportstätten stattfinden, die für Nicht-Teilnehmer geschossen sind.

Czokor hat sich heute mit dem deutschen Bundestagsabgeordneten Volker Beck getroffen, um diese Sicherheitsbedenken zu zerstreuen. Im Gespräch wurde vereinbart, dass der Budapester Bürgermeister Beck Informationen über die Sicherheit der Teilnehmer und der Veranstaltung zusenden wird. Erst dann könne Entwarnung gegeben werden, so Beck.

„Es ist gut und richtig, dass auch in Ungarn Rechtsstaatlichkeit über persönlichen homophoben Vorurteilen steht. Die Eurogames müssen dem Bürgermeister von Budapest nicht gefallen – schützen muss er sie auf jeden Fall. Denn die Menschenrechte von Schwulen und Lesben umfassen auch das Recht, sich gemeinsam sportlich zu betätigen“, betonte der Grüne Bundestagsabgeordnete.

Tatsächlich sind die EuroGames in Budapest nicht wirklich ein gern gesehenes Projekt in der rechtskonservativen Politlandschaft unseres Nachbarlandes. Bürgermeister István Tarlós von der konservativen FIDESZ erklärte im Dezember, dass er die EuroGames ablehne, weil er „eine solche Lebensweise“ nicht befürworte. Gábor Vona, Vorsitzender der rechtsextremen Jobbik, warnte sogar vor dem „Ende der Welt“.

Den Veranstaltern schaden allerdings sowohl die rechte Propaganda zu Hause als auch die Panikmache ausländischer Politiker und Medien. Denn anders als alle Veranstalter vor ihnen bekommen sie keine öffentlichen Förderungen und sind von Spenden, Sponsoren und den Teilnehmergebühren abhängig. Klare Worte wie die des ungarischen Botschafters sind deshalb Gold wert.

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