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[Video] Paraden-Organisatoren in der Ukraine verprügelt

In der Ukraine sollte am Sonntag die erste Lesben- und Schwulenparade stattfinden – doch wenige Stunden vor dem Start wurde die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Die Veranstalter wurden durch mehrere Vorfälle im Umfeld der Parade verunsichert: So zerstörten bereits Samstag Abend zwei Männer eine Fotoausstellung über gleichgeschlechtliches Alltagsleben in der Ukraine im „Oktober“-Kino in Kiew. „Es gab da keine sexuell-erotische Szenen, nur das tägliche Leben“, erklärte Mitveranstalterin Jewgenija Belorussez.

Am Sonntag warteten bis zu 2000 gewaltbereite Gegendemonstranten, religiöse Fundamentalisten und Nationalisten, auf die etwa 150 schwul-lesbischen Aktivisten aus der Ukraine, aus Weißrussland und Lettland.

Dass die Gegendemonstration nicht friedlich bleiben würde, zeigten Tweets, denen zufolge anwesenden Journalisten bereits im Vorfeld mit Pfefferspray attackiert wurden.

Trotz erhöhter Militärpräsenz zogen die Veranstalter der Lesben- und Schwulenparade die Notbremse und sagten ihre Demonstration ab. „Weil die Ukraine noch ein etwas unzivilisiertes Land ist, können wir uns eine freie Teilnahme aller Interessenten nicht erlauben“, erklärt Mitorganisator Taras Karassijtschuk enttäuscht.

„Die Organisatoren hatten nicht das Gefühl, von der Polizei hinreichend geschützt zu werden“, so der deutsche Bundestagsabgeordnete Volker Beck, der derzeit in Kiew ist, zum Online-Portal „queer.de“. Sie seien auch „enttäuscht, weil sie hofften, dass sich die ukrainischen Behörden knapp drei Wochen vor der Fußball-Europameisterschaft mehr anstrengen würden“, so Beck weiter.

Die Angst dürfte nicht unbegründet gewesen sein: Rechtsradikale sollen die Busse, mit denen die Paradenteilnehmer weggebracht wurden, blockiert haben. Wie die ukrainische Website TSN.ua berichtet, wollten maskierte Männer auch zwei der Paraden-Organisatoren in der Nähe der U-Bahn-Station „Darnitsa“ verprügeln: Während diese ein Interview gaben, kamen etwa ein Dutzend maskierter Männer, versprühten Pfefferspray und begannen, die Organisatoren zu verprügeln und zu treten.

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