St. Petersburg verbietet Lesben- und Schwulendemo doch

Es wäre so schön gewesen – aber knapp 24 Stunden, nachdem die Stadtverwaltung von St. Petersburg zum ersten Mal in der russischen Geschichte eine Lesben- und Schwulendemonstration genehmigt hat, hat sie diese Genehmigung widerrufen. Wegen Bürgerprotesten, heißt es.

Wie ein Pressesprecher des Gouverneurs von St. Petersburg erklärte, wurde die Entscheidung zurückgezogen „nachdem eine riesengroße Anzahl an Bürgern die Behörden gebeten haben, diese Veranstaltung zu verhindern“.

Dabei wurde die Demonstration, die Samstag mittag stattfinden sollte, von den Behörden bereits vom Stadtzentrum in einen nahen Park verlegt.

Nach dem Verbot machte der bekannte russische Schwulenaktivist Nikolai Alexejew dem Frust via Twitter Luft: „Die Gesetzeslosigkeit und Absurdität geht munter weiter“, ärgert er sich – und kündigt an, weiterkämpfen zu wollen.

Hauptthema der Demonstration sollte das Verbot von „Homo-Propaganda“ sein, dass im März in St. Petersburg verabschiedet wurde. Es stellt Lesben, Schwule und Transgender mit Kinderschändern gleich und verbietet überall dort „Werbung“ dafür zu machen, wo Minderjährige anwesend sein könnten.

In Russland wurde noch nie eine Lesben- und Schwulendemonstration genehmigt. Ein Urteil des Europäischen Gerichtsofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2010, dass diese Praxis gegen das Diskriminierungsverbot verstoße, wird von Moskau geflissentlich ignoriert.