Montag, 17. Juni 2024
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Pfarrer Tropper hetzt wieder gegen Schwule – und Bischöfe

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Erneut fällt der südsteirische Pfarrer Karl Tropper durch seine verhetzenden Aussagen gegenüber Lesben und Schwulen im Pfarrblatt auf. Sie seien „Perverse“. Und so ganz nebenbei beschimpft er Bischöfe auch noch als „Versager“. Die Diözese Graz-Seckau verwarnt ihn, in der „Kleinen Zeitung“ bekräftigt er aber seine Aussagen. Ende August tritt er in den Ruhestand.

„Die Zahl der Neuinfektionen mit dem HI-Virus, das Aids auslöst, sinkt weltweit – aber nicht bei den Homo-Perversen“, schreibt der 75-jährige Pfarrer von St. Veit im Vogau in der aktuellen Ausgabe seines Pfarrblatts. Einen Absatz weiter liest man von „Homo-Gestörten“, die zu 15 Prozent Seuchenträger seien. Als Quelle nennt Tropper hierfür das mittlerweile eingestellte radikalkatholische Internet-Portal „kreuz.net“.

Die Diözese Graz-Seckau bestätigte gestern, dass Tropper wegen solcher Artikel erneut ermahnt wurde: Bischof Egon Kapellari hat dem Pfarrer per Brief mitgeteilt, er solle sich nicht mehr äußern. Auch mehrere persönliche Gespräche habe es zuvor gegeben, bestätigt Diözesen-Sprecher Georg Plank.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Tropper mit Hasstiraden gegen Lesben und Schwule ausfällig werde. Bis jetzt hat es bereits zwei Anzeigen gegen Tropper wegen Verdachts der Verhetzung bei der Staatsanwaltschaft Graz gegeben. Die Erhebungen wurden aber eingestellt. Unter anderem, weil Tropper nicht zur Gewalt aufrufe, so die Staatsanwaltschaft.

Die Diözese Graz-Seckau wartet weiterhin ab: Man ignoriere die Sache nicht, gehe aber auch nicht gleich mit den schärfsten Mitteln vor, so Plank weiter. Er gestand aber ein, bisherigen Ermahnungen hätten nicht den Erfolg gebracht, „den wir uns wünschen“.

Das machte Pfarrer Tropper auch in der heutigen Ausgabe der „Kleinen Zeitung“ deutlich. In einem Interview bekräftigt er seine Aussagen: „Das sind doch Perverse. Wenn man das nicht mehr sagen darf, muss man als Pfarrer in Pension gehen“, rechtfertigt er den Artikel im Pfarrblatt. Die Bischöfe in Österreich und Deutschland seien „Versager“. Homosexualität sei „ein gewaltiges Unrecht. Und es ist pervers.“, bekräftigt er seine Aussagen. Entschuldigen werde er sich nicht, so Tropper weiter.