US-Pfadfinder nehmen künftig auch schwule Burschen auf

Auch schwule Burschen können künftig in den USA Pfadfinder werden. Das haben die Delegierten der Boy Scouts of America mit großer Mehrheit beschlossen. Für Betreuer gilt diese Regelung allerdings nicht.

Der Umgang mit Homosexualität sei eine „gesellschaftlich ungelöste Angelegenheit“, so der Nationale Rat der Pfadfinder. Und während es dazu verschiedene Ansichten gibt, „können wir alle darin übereinstimmen, dass die Kinder besser aufgehoben sind, wenn sie bei den Pfadfindern sind“.

„Historischer Schritt“, der aber nicht weit genug geht

Deshalb haben bei ihrem Jahrestreffen in Grapevine im US-Bundesstaat Texas 61 Prozent für eine Resolution gestimmt, die die jahrzehntelange Diskriminierung von schwulen Mitgliedern beendet. „Keinem Jugendlichen darf die Mitgliedschaft alleine aufgrund der sexuellen Orientierung verwehrt werden“, heißt es in dem Text.

Erwachsenen Schwulen bleibt die Mitgliedschaft bei den Boy Scouts of America aber noch immer verwehrt. Sie dürfen nach wie vor keine Pfadfindergruppen führen. Schwulenorganisationen kritisieren die Entscheidung deshalb auch. Für die Human Rights Campaign (HRC) ist der Beschluss zwar „ein historischer Schritt vorwärts“, gehe aber nicht weit genug: „Damit werden erwachsene Pfadfinderführer, Leiter und Eltern ausgeschlossen.“

Heftige Proteste konservativer Gruppen

Die US-Pfadfinder haben 2,3 Millionen Mitglieder, vor allem im konservativen und religiösen Bereich. Dem entsprechend ist die Öffnung auch unter den Mitgliedern umstritten: Umfragen zufolge sind zwei Drittel gegen offen schwule Pfadfinder.

Trotzdem gilt die Öffnung der 103 Jahre alten Organisation für schwule Burschen als deutliches Zeichen für die Öffnung der amerikanischen Gesellschaft. Vor 13 Jahren hat der Oberste Gerichtshof der USA den Boy Scouts noch das Recht gegeben, offen homosexuelle Mitglieder nicht akzeptieren zu müssen. Das sei als private Organisation ihr Recht auf freien Zusammenschluss. Ab 1. Jänner 2014 wird sich das nun ändern.