Fußball-Vereine verärgert: ‚Wussten nichts von Berliner Erklärung‘

Kritik an der „Berliner Erklärung“ gegen Homophobie im Fußball kommt von einigen Fußballvereinen: Sie hätten von der Initiative erst aus der Zeitung erfahren. Die Organisatoren entgegnen, alle Vereine angeschrieben zu haben. Für die offen lesbische Fechterin Imke Dupitzer ist die Erklärung unterdessen nicht unbedingt zielführend.

So ärgert sich Peter Frymuth, Präsident von Fortuna Düsseldorf, dass er erst aus den Medien von der „Berliner Erklärung“ erfahren habe. Er wäre gern einer der Erstunterzeichner gewesen. Allerdings: „Die Fortuna hatte im Übrigen – wie viele andere Vereine der 1. und 2. Bundesliga – erst nach Veröffentlichung von der ‚Berliner Erklärung‘ erfahren“, heißt es in einer Presseerklärung. Man werde die „Berliner Erklärung“ nun allerdings unterstützen.

Was passierte mit den Briefen an die Vereine?

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, Initiatorin der „Berliner Erklärung“ versicherte allerdings, alle 36 Erst- und Zweitligisten angeschrieben zu haben. Eine positive Antwort habe man jedoch nur von den Präsidenten von Bayern München, Werder Bremen. Hannover ’96, VfR Mannheim, Union Berlin und St. Pauli bekommen, so Stiftungs-Vorstand Jörg Litwinschuh.

Lesbische Fechterin kritisiert „Gerede“

Kritik an der „Berliner Erklärung“ kommt hingegen von der offen lesbischen Fechterin Imke Dupitzer. „Die sollten nicht so viel reden, sondern einfach mal machen“, sagte sie dem Berliner „Tagesspiegel“. Denn homosexuelle Sportler würden noch immer die gleichen Erfahrungen machen wie Tennis-Ikone Martina Navratilova vor 25 Jahren: „Sie werden gemobbt, geschnitten und missachtet“ sowie „begafft wie Zirkustiere“.

Dass sich ein deutscher Fußballer in naher Zukunft outen wird, glaubt Dupitzer trotzdem nicht.