Lockern USA Blutspende-Verbot für Schwule und Bisexuelle?

Schwule und bisexuelle Männer könnten in den USA schon bald Blut spenden dürfen. Diese Woche treffen sich Experten, um über neue Richtlinien zu diskutieren. Diese sollen dann die Basis für politische Entscheidungen sein.

In den USA dürfen Männer, die Sex mit Männern haben, seit 1977 kein Blut spenden. In den Anfangstagen der Aids-Epidemie hat sich dieses Verbot einzementiert – bis heute. HIV-Verseuchte Blutkonserven Mitte der 1980er, an denen Patienten und Bluter starben, haben das Thema zusätzlich aufgeheizt. Aber „diese Politik diskriminiert und ist unnötig“, meinen Studenten der Universität Michigan, die im November eine entsprechende Petition gestartet haben.

Sie wollen, dass künftig beim Blutspenden nicht mehr nach der sexuellen Orientierung gefragt wird, sondern: „Hatten Sie ungeschützten Sexualkontakt mit einem neuen Partner in den letzten 12 Wochen?“ Das entspricht dem diagnostischen Fenster von HIV, in dem der Virus nicht sicher nachgewiesen werden kann.

„Diese Änderung verhindert Diskriminierung und richtet sich an Risikoverhalten, das derzeit übersehen wird. Alle Menschen sollten die gleiche Möglichkeit haben, zu spenden wenn sie den Anforderungen entsprechen“, so die Petition.

Gegen eine Öffnung der Blutspende für schwule und bisexuelle Männer sind Konservative Kräfte wie das „Family Research Council“. „Dieser Druck entsteht nicht, weil wir zuwenig Blut haben, sondern wegen der Politik der sexuellen Orientierung“, so Peter Sprigg von der Organisation. Und politischer Druck „sollte keine Rolle spielen, wenn gesundheitsbezogene Entscheidungen gefällt werden.“

Morgen, Donnerstag, treffen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe, die in den USA für die Sicherheit von Blutspenden verantwortlich ist, um sieben Präsentationen zu diesem Thema zu hören. Bereits im Jahr 2010 hat sie das jetzt gültige Verbot als „suboptimal“ bezeichnet. Allerdings wollte man für eine Änderung weitere Untersuchungen abwarten.