Robbie Rodgers: ‚Ungeoutet zu spielen machte mich krank und schlecht‘

Sich zu outen war auch für seine psychische Gesundheit das Beste, was er tun konnte. Das sagt der offen schwule US-Fußballer Robbie Rogers in einem Interview mit dem britischen Schwulenmagazin „Attitude“.

„Ich war fertig damit und bereit, mich zu meinen eigenen Bedingungen zu outen – weg von einem Fußballclub“, so Rogers. „Ich habe mir Zeit für mich selbst genommen, und niemand hat versucht, mich zu überreden, das zu tun, während ich noch Fußball gespielt habe, und niemand hat versucht, mich zu überreden, das irgendwie sonst zu tun“, so der 26-jährige.

Vor seinem Coming Out spielte er in England für Leeds United. Mit seinem öffentlichen Outing wollte er eigentlich seine Karriere beenden, weil er dachte, dass offen schwule Fußballer keinen Verein finden. Doch das war glücklicherweise ein Irrtum.

Rogers, der heute für LA Galaxy spielt, spricht in dem Interview auch offen über die psychischen Probleme, die im das Versteckspiel bereitet hat. „Auf jeden Fall gab es in meiner Karriere viele Momente, bei denen ich psychisch nicht so gut drauf war. Das hat auch mein Spiel beeinflusst“, sagt er „Attitude“

Anders als befürchtet hat das Coming Out die Karriere von Robbie Rogers nicht beendet. Im Gegenteil: Er wurde für viele Lesben und Schwule ein Vorbild. Und Rogers selbst weiß, dass der Weg zu gleichen Rechten für alle noch steinig ist.

„Für junge Menschen, die ungeoutet sind und sehen, dass es in Katar illegal ist, homosexuell zu sein, und dann wissen sie, dass die Weltmeisterschaft dort stattfinden wird, und vielleicht sind sie auch noch Fußball-Fans? Das ruiniert ihre Psyche und ihre mentale Gesundheit“, so Rogers in dem „Attitude“-Interview.

Robbie Rogers hat 18 Mal für das US-Nationalteam gespielt und dabei zwei Tore erzielt.