Schwule Männer reagieren auf männliche Pheromone

Chinesische Forscher haben neue Beweise dafür gefunden, dass die sexuelle Orientierung des Menschen fix vorgegeben ist: So hat die chinesische Akademie der Wissenschaften festgestellt, dass schwule Männer auf männliche Pheromone reagieren, heterosexuelle Männer aber nicht.

Bei dem Experiment wurden die Versuchsgruppen zwei Stoffen ausgesetzt: Dem Pheromon Androstadienon, das sich bei Männern im Schweiß und im Samen befindet, und Estratetraenol, das bei Frauen im Urin nachgewiesen wird. Dann zeigten sie den Versuchspersonen ein Video mit einer gehenden Person, bei der verschiedene Körperteile mit einem Punkt markiert waren.

Dann sollten die Versuchspersonen raten, ob die Person ein Mann oder eine Frau sei. Heterosexuelle Frauen und schwule Männer, die Androstadienon ausgesetzt waren, tendierten dazu, die Figur als Mann zu identifizieren.

Auf heterosexuelle Männer hatte das Pheromon keine Auswirkungen. Dafür sagten sie unter dem Einfluss von Estratetraenol, dass die Figur eine Frau sei. Heterosexuelle Frauen reagierten auf das Hormon nicht. Auch bisexuelle und lesbische Frauen sagten eher, dass die Figur eine Frau sei. Das Ergebnis war aber nicht so deutlich wie bei den schwulen Männern.

Die Studie wurde gestern in der Publikation „Cell“ veröffentlicht. Die Schlussfolgerung der Forscher: „Homosexuelle Männer zeigen ein Verhaltensmuster, das jenen von heterosexuellen Frauen ähnlich ist, während bisexuelle oder homosexuelle Frauen ein Verhalten zeigen, das zwischen dem heterosexueller Männer und Frauen liegt.“

Die Ergebnisse seien „der erste direkte Hinweis, dass die beiden menschlichen Steroide Informationen für das andere Geschlecht verbreiten, die je nach ihrer sexuellen Orientierung unterschiedlich effektiv ist“, so die Studie weiter.

Bereits zuvor haben Studien aus Schweden gezeigt, dass der Hypothalamus im Gehirn bei schwulen Männern und Lesben reagiert, wenn er mit Pheromonen des eigenen Geschlechts konfrontiert wird.