Auch Junckers Konservative für Ehe-Öffnung und Adoption in Luxemburg

Das Großherzogtum Luxemburg öffnet die Ehe für Lesben und Schwule. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde letzte Woche mit großer Mehrheit angenommen. Auch die Konservativen von Jean-Claude Juncker stehen hinter der Ehe-Öffnung.

Das Gesetz sieht eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und eine vollständige Gleichbehandlung vor – auch im Adoptionsrecht. Dagegen hatte es im Vorfeld Widerstand, unter anderem von der römisch-katholischen Kirche, gegeben.

Insgesamt stimmten 56 Abgeordnete für das Gesetz, nur die vier Parlamentarier der rechtskonservativen „Alternativ Demokratesch Reformpartei“ (ADR) waren dagegen. Damit stimmten nicht nur die Regierungsparteien, die liberale „Demokratesch Partei“ (DP) des offen schwulen Ministerpräsideten Xavier Bettel, die „Sozialistesch Aarbechterpartei“ (LSAP) und die Grünen (Déi Gréng) der Öffnung der Ehe zu, sondern auch die „Chrëschtlech Sozial Vollekspartei“ (CSV) des ehemaligen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker als größte Oppositionskraft.

Der Ehe-Öffnung in Luxemburg ging eine lange Debatte voraus, die sehr zurückhaltend geführt wurde. Eine Mehrheit der Bevölkerung unterstützt die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare. Eine Umfrage des „Luxemburger Wort“ und von RTL im letzten Jahr ergab, dass 83 Prozent der Luxemburger kein Problem damit hätten. Die Öffnung der Adoption wird von 55 Prozent der Bevölkerung unterstützt.

Nach den Niederlanden, Belgien, Spanien, Schweden, Portugal, Dänemark und Frankreich ist Luxemburg damit das achte Land in der EU, das Schwule und Lesben im Eherecht gleichstellt. Auch England und Wales haben die Ehe geöffnet, außerhalb der EU waren dies unter anderem Norwegen und Island.