Lunacek-Attentäter in Deutschland in der Psychiatrie

In Österreich wurde er laufen gelassen, weil er angeblich harmlos sei. Nun befindet sich jener Mann, der Ulrike Lunacek bei der Regenbogenparade 2014 mit Buttersäure bespitzt hat, in Deutschland in einer psychiatrischen Anstalt.

Nachdem der Mann auch in Berlin und Frankfurt/Main Anschläge mit Buttersäure verübt haben soll, wurde er durch das Landgericht Frankfurt eingewiesen. Grundlage dafür war ein psychiatrisches Gutachten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Länge der Einweisung hängt auch vom Erfolg der Therapie ab.

In Deutschland ist der Mann wie auch in Österreich vorgegangen: Er soll in Frankfurt die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben und in Berlin Demonstranten einer Tierschutzdemonstration mit Buttersäure attackiert haben. In Österreich wurden neben der Grünen Europaabgeordneten Ulrike Lunacek auch Tierschutzdemonstranten mit der übel riechenden Säure bespritzt.

Doch die Konsequenzen konnten in den beiden Länder unterschiedlicher nicht sein: Die Staatsanwaltschaft Wien sah keinen Grund zu handeln und stellte die Erhebungen zunächst ein. Erst ein Fortführungsantrag von Lunacek brachte die Beamten dazu, weiter zu ermitteln. In Frankfurt wurde der Mann jedoch rasch in Gewahrsam genommen. Er wurde aufgrund eines Unterbringungsbefehls in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Dieser wird in Deutschland anstelle einer Untersuchungshaft erlassen, wenn der Verdächtige vermutlich schuldunfähig ist.

Die Staatsanwaltschaft Wien möchte sich nun mit einem Ersuchen um Rechtshilfe an die deutschen Behörden wenden. Offiziell habe man noch keine Kenntnis von dem Verfahren in Deutschland, heißt es.