Türkei: Transgender-Aktivist wurde vergewaltigt – und mit den Tätern in eine Zelle gesperrt

In der Türkei wurde ein Aktivist für die Rechte von Transgendern und Sexarbeitern vergewaltigt und ausgeraubt – dann musste er die Nacht mit seinen Peinigern in einer Gefängniszelle verbringen.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 5. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara: Als der türkische Aktivist Kemal Ördek seine Wohnungstür öffnete, wurde er von zwei Männern überfallen, einer von ihnen vergewaltige ihn. Sie stahlen sein Handy und forderten ihn nach der Vergewaltigung auf, mit ihm zu einem Bankomaten zu gehen. Dort sollte er für sie Geld abheben.

Dabei sah Ördek einen Polizisten, dem er versuchte, die Situation zu erklären. Dieser nahm alle drei Männer auf die Wache mit – und sperrte sie verübergehend gemeinsam in eine Zelle. Wie der Aktivist in einem Blogpost berichtet, wurde er dort mit der Ermordung bedroht. „Lass’ die Sache fallen. Du weißt, was passieren wird, wenn du es nicht tust. Wir wissen jetzt, wo du wohnst“, erklärten ihm die Gewalttäter.

Die Polizisten glaubten die Version der Angreifer. Kemal Ördek weigerte sich, ein Protokoll zu unterschreiben, das den Tathergang aus ihrer Perspektive schildert. Die Männer wurden laufen gelassen, seitdem terrorisieren sie Ördek auf seinem Handy. Nun kämpfen seine Anwälte darum, dass seine Peiniger vor Gericht landen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ördek sein Engagement mit Gewalt bezahlt. „Bis heute wurde ich zweimal krankenhausreif geschlagen. Ich wurde zweimal vergewaltigt. Ich weiß, was Vergewaltigung bedeutet. Ich bin ein psychologisches Wrack“, gibt er in seinem Blog zu Protokoll.