Schwulen gequält und missbraucht: Lebenslange Haft droht

Im US-Bundesstaat Texas droht zwei Männern lebenslange Haft, weil sie einen schwarzen Schwulen gequält und sexuell missbraucht haben. Weil seine Hautfarbe und seine sexuelle Orientierung für die Täter von Bedeutung war, will der zuständige Bundesstaatsanwalt die Tat als Hassverbrechen einstufen.

Der Vorfall hat sich bereits im März 2012 zugetragen: Der 32-jährige Jimmy G. und der 22-jährige Ramiro S. hatten das Opfer in ihre Wohnung in Corpus Christi eingeladen. Dann haben sie den Mann angegriffen – und ihn rassistisch und schwulenfeindlich beschimpft. Drei Stunden lang schlugen sie ihn, unter anderem mit einer Bratpfanne, einem Stuhl und einer Handfeuerwaffe. Dass schütteten sie ihm Bleichmittel in die Augen.

Doch damit war das Martyrium für das Opfer noch nicht vorbei: Weil es stark blutete, zwangen ihn die beiden Männer, sich nackt auszuziehen und das Blut wegzuwischen. Dann vergewaltigten sie ihn mit einem Besenstil und einem weiteren Objekt.

Der Mann konnte sich nur retten, weil er aus dem ersten Stock sprang und die Polizei alarmieren konnte. Als Grund für den Streit gab das Opfer an, die Täter hätten ihn beschuldigt, ihm noch fünf Dollar zu schulden – die er eigenen Angaben zufolge aber längst bezahlt hatte.

Nun müssen sich die beiden Männer vor einem Bundesgericht wegen Folter und Vergewaltigung verantworten. Der Anklageschrift zufolge haben sie die Tat verübt, weil das Opfer Afroamerikaner und schwul sei. Damit wird sie als Hassverbrechen eingestuft – und die Höchststrafe dafür liegt bei lebenslanger Haft.

Dass diese Tat ausgerechnet in Texas passiert ist, ist für Lesben- und Schwulenaktivisten kein Zufall: Denn der US-Bundesstaat hat nur sehr lasche Gesetze zum Schutz vor Hassverbrechen. So gab es nach dem texanischen Gesetz gegen Hassverbrechen weniger als eine Verurteilung pro Jahr – weshalb hier auch die Bundesbehörden begonnen haben zu ermitteln.