Berlin: Schwules Paar mit Flasche attackiert

In Berlin ist ein schwules Paar Sonntag früh angegriffen worden. Die Polizei stuft das Verbrechen als „mutmaßlich homophoben Übergriff“ ein.

Die Tat ereignete sich gegen 6.45 früh in der Revaler Straße im Stadtteil Friedrichshain: Ein schwules Paar, 26 und 27 Jahre alt, saß auf einer Parkbank. Ein 18-Jähriger fühlte sich von den beiden Männern offenbar gestört – und schlug ohne Vorwarnung mit einer Flasche auf den älteren der beiden ein.

Dabei erlitt der Mann leichte Verletzungen im Gesicht und auf der Brust. Der Angreifer konnte zunächst aufs Gelände der „Reichsbahnausbesserungswerkstatt Franz Stenzer“ (RAW), einer gerade in lauen Sommernächsten beliebten Party-Location der Gegend.

Daraufhin suchten Polizeibeamte das Gelände ab. Sie konnten den mutmaßlichen Täter stellen und vorläufig festnehmen. Nach der Identitätsfeststellung und einer Blutabnahme wurde er wieder entlassen. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

In den letzten Monaten häufen sich Meldungen von Gewalttaten auf dem RAW-Gelände. Bekannt wurde unter anderem ein Angriff auf einen Bekannten der „Jennifer Rostock“-Sängerin Jennifer Weist Mitte August, der schwer am Hals verletzt wurde. Die Sängerin teilte ein Foto der Verletzungen auf Facebook und sorgte so für einen Aufschrei in den sozialen Medien.

Daraufhin warnte die Berliner Drag-Queen Nina Queer in einem Interview mit der Boulevardzeitung „B.Z.“ sogar davor, das Gelände zu betreten. Sie besaß auf dem RAW-Gelände früher die Bar „Zum schmutzigen Hobby“. Auf Facebook teilte sie Weists Foto und fand deutliche Worte zur der brutalen Attacke: „Wer leben möchte, meidet das RAW-Gelände!“, postete sie auf Facebook. „Das ist meine DRITTE (!) Freundin, die gerade so mit dem Leben davongekommen ist“, schrieb sie weiter.

Der „B.Z.“ sagte die Entertainerin, dass in der Vergangenheit schon ihre Assistentin und ein weiterer Freund in der Revaler Straße mit dem Messer bedroht worden seien. Die Täter hätten ihre Handys gestohlen. „Ich habe Angst auf offener Straße niedergestochen zu werden!“, schreibt die Drag-Queen weiter auf Facebook.

In einem Interview mit dem Berliner Szenemagazin weist Mike Stolz, der aktuelle Geschäftsführer des „schmutzigen Hobby“, die Ängste von Nina Queer als „reine Panikmache“ zurück. „Bestimmte Menschen in der Stadt nutzen einfach jeden erdenklichen Vorfall, um sich zu profilieren. Mich ärgert, wenn sich Leute und einige Medien unqualifiziert zu diesem Thema äußern, obwohl sie die Chance hätten, differenzierter zu berichten.“, sagt er.