Boston: Unbekannte schlitzen schwulem Mann den Hals auf

In Boston ist ein Drag-Queen-Künstler von unbekannten überfallen und schwer verletzt worden. Die Angreifer schlitzten ihm unter anderem den Hals auf – sein Leben hing an einem seidenen Faden.

Es war Thanksgiving, das wohl größte amerikanische Familienfest. Michael Fontana, als Eileen Dover eine beliebte Drag Queen in Boston, war mit seinem Freund gerade an der Jukebox der Alley Bar, einem beliebten Szenelokal, und warf ein paar Münzen in das Gerät. Plötzlich steckten drei Männer das Gerät aus. Sie wurden aus der Bar gebeten, alle Gäste dachten, damit hätte sich die Sache erledigt.

Doch die drei Männer waren offenbar anderer Meinung: Sie warteten vor der Tür auf Michael Fontana. Fünf Minuten später verließ er die Bar. „Sie sind mir gefolgt und haben angefangen zu schreien: ‚Ihr seid alles rassistische Schweine‘. Sie haben mich umzingelt. Ich habe ihnen gesagt, dass die Welt rau ist aber ich auf ihrer Seite bin. Das ist das Letzte, woran ich mich erinnere“, so Fontana. „Sie schlitzten meinen Hals auf, brachen meine Schulter und zerstörten mein Telefon, sodass ich den Notruf nicht wählen konnte.“ erinnert sich Fontana. Er sagt, dass er geschlagen wurde, bis er das Bewusstsein verlor.

„Das Nächste, an das ich mich erinnere, war, dass mich mein Freund gefunden hat und die Polizei da war. Ich habe die Nacht auf der Notaufnahme verbracht, wo sie mir gesagt haben, wenn meine Halswunde einen Zentimeter weiter ginge, wäre ich tot.“

Derzeit kann Fontana das Haus nicht verlassen. „Ich kann selbst nicht einkaufen gehen, selbst kochen, ich habe kein Telefon und kann keine Shirts machen, was mein Job ist.“ Deshalb bittet er auf der Crowdfunding-Plattform GoFundMe um Spenden für seinen erschwerten Lebensunterhalt.

Fontana gibt zu, dass er es „erniedrigend“ findet, um Geld zu fragen – aber er hat derzeit keine andere Wahl: „Ich hasse es, um Hilfe zu bitten, aber an diesem Punkt habe ich Angst, meine Wohnung zu verlassen.“

Innerhalb der ersten 18 Stunden hat die Community Fontana 2320 Dollar gespendet, etwa die Hälfte der 5000 Dollar, die er braucht. Mittlerweile hat er schon ein neues Telefon und bekommt medizinische Behandlung. Die Wunden muss er allerdings noch selbst reinigen.

Ob die Polizei von Boston bereits Verdächtige in dem Fall ausfindig gemacht oder verhaftet hat, ist nicht bekannt. Sie stuft den Fall als Hassverbrechen ein.