[Video] ‚Carol‘, Lily Tomlin, Lady Gaga: Die LGBT-Nominierungen für den Golden Globe

Die Auslandsjournalisten in Hollywood lieben LGBT-Themen. Das zeigen die Nominierungen für die 73. Golden Globes, die von dieser Gruppe ausgewählt werden. Die Gewinner werden am 10. Jänner gekürt.

Lesbisches Liebesdrama fünfmal nominiert

So hat der Film „Carol“ über eine heimliche lesbische Liebesgeschichte fünf Nominierungen bekommen, so viel wie kein anderer. Unter anderem ist der Film als bestes Drama nominiert. Cate Blanchett und Rooney Mara können sich Hoffnungen auf den Preis als beste Hauptdarstellerinnen machen. Todd Hayes ist für die beste Regie nominiert, Komponist Carter Burwell für die beste Filmmusik. In Österreich ist der Film ab 18. Dezember in den Kinos zu sehen.

In „Carol“ geht es um zwei Frauen, die sich ineinander verlieben und mit ihrer heimlichen Beziehung aus ihren unglücklichen Ehen ausbrechen – die Ehemänner stellen sich allerdings mit allen ihnen zustehenden Mitteln gegen das Liebespaar. Der Film beruht auf dem Roman „Salz und sein Preis“, den Thriller-Königin Patricia Highsmith im Jahr 1952 geschrieben hat.

„The Danish Girl“: Drei Nominierungen für Transgender-Biografie

Ebenfalls von den Auslandsjournalisten hochgelobt wird der Film „The Danish Girl“, der auf der Biografie der dänischen Malerin Lili Erbe beruht. Sie wurde als Einar Wegener geboren und lebte glücklich mit Ehefrau Gerda, gespielt von Alicia Vikander, zusammen. Eines Tages bittet Gerda ihren Mann, sich von ihr als Frau verkleidet porträtieren zu lassen. Die Verwandlung gelingt, doch für Einar ist es bald mehr als nur ein Spiel: Anfang der 1930er Jahre unterzog sie sich einer geschlechtsanpassenden Operation – als erste Person in Deutschland.

Die Titelfigur spielt der Brite Eddie Redmayne, dem diese Rolle einen Golden Globe einbringen könnte. Von der Kritik wurde er bereits seit dem Erscheinen des Films in den USA hochgelobt. Weiters sind Film-Gattin Alicia Vikander als beste Hauptdarstellerin und Komponist Alexandre Desplat für die beste Musik nominiert. Dieser Film startet am 7. Jänner in Österreich.

Hohes Lob für Webserien mit LGBT-Themen

Bei den Fernsehproduktionen gibt es sechs Serien, die je drei Nominierungen erhalten haben. Darunter auch „Transparent“, eine Serie, die Amazon für Kunden ihres Videoservice produziert hat. Darin geht es um die Transsexuelle Maura Pfefferman, gespielt von Jeffrey Tambor, die sich erst im Ruhestand outet. „Transparent“ ist als beste Dramaserie für den Golden Globe nominiert, weitere Nominierungen gibt es für Tambor als besten Hauptdarsteller sowie Judith Light als beste Nebendarstellerin.

Bereits im letzten Jahr gewann „Transparent“ einen Golden Globe als beste Serie, Jeffrey Tambor bekam den Preis als bester Hauptdarsteller in einer TV-Serie der Kategorie Comedy/Musical. Die Serie war auch bei der Verleihung des TV-Preises „Emmys“ einer der großen Gewinner. „Transparent“ gewann fünf Preise, unter anderem bekam Tambor den Preis als bester Hauptdarsteller einer Comedy-Serie.

Für einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin ist Uzo Aduba nominiert. Sie spielt in der Netflix-Serie „Orange is the New Black“ die lesbische Insassin „Crazy Eyes“. Auch für sie ist es nicht die erste Nominierung: Sie gewann für ihre Rolle unter anderem 2014 und 2015 einen Emmy.

Offen lesbische und bisexuelle Darsteller nominiert

Auch sonst steht der Golden Globe ein wenig im Zeichen des Regenbogens. So wurde die offen lesbische Schauspielerin Lily Tomlin zwei Mal für den Preis nominiert: Einmal als beste Hauptdarstellerin in dem Kinofilm „Grandma“, und als beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie für ihre Rolle in „Gracie & Frankie“, die ebenfalls auf Netflix zu sehen ist.

Auch dieser Film hat eine LGBT-Thematik: Bei einem gemeinsamen Essen erklären Grace und Frankies Männer Robert und Sol, gespielt von Sam Waterston und Martin Sheen, dass sie seit zwanzig Jahren nicht nur eine Anwaltskanzlei, sondern auch eine gleichgeschlechtliche Liebesbeziehung miteinander führen. Beide Männer wollen heiraten und sich von ihren Frauen scheiden lassen. Für Frankie, gespielt von Tomlin, und Grace, gespielt von Jane Fonda, ist das eine mehr als überraschende Situation.

Als bester Nebendarsteller wurde außerdem der bisexuelle Schauspieler Alan Cumming für seine Rolle in der Fernsehserie „The Good Wife“ nominiert. Dort spielt der Brite Eli Gold, den wichtigsten Berater von Peter Florrick, Politiker und Ehemann von Hauptfigur Alicia Florrick. Die Figur von Cumming ist Rahm Emanuel nachempfunden, den ehemaligen Büroleiter von US-Präsident Barack Obama.

Als Hauptdarstellerin in einem TV-Film oder einer Miniserie ist Lady Gaga für ihre Rolle in „American Horror Story: Hotel“ nominiert. In der gleichen Kategorie hofft auch Queen Latifah auf einen Preis. Sie spielt in „Bessie“ die Hauptrolle der bisexuellen Blues-Sängerin Bessie Smith. Weiters wurde Sam Smith mit seinem Bond-Song „Writing’s on the Wall“ nominiert.