Homophobe Teenager sollen zur Regenbogenparade

Wiener Jugendzentren wollen mit konkreten Maßnahmen gegen Vorurteile kämpfen

Regenbogenparade
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Die Wiener Jugendzentren reagieren auf die Ergebnisse einer vieldiskutierten Studie. So seien unter anderem 27 Prozent der befragten Muslime „akut gefährdet“, sich zu radikalisieren. Und auch Homophobie ist unter den Jugendlichen offenbar weit verbreitet. So lehnen drei von fünf jungen männlichen Muslimen, die im Rahmen einer Studie über ihre Einstellungen befragt wurden, Lesben und Schwule ab. Dagegen soll nun gezielt gearbeitet werden.

Bis zu 59 Prozent der befragten Jugendlichen waren homophob

Es sind Zahlen, die Besorgnis erregen: Insgesamt 46 Prozent der Befragten lehnen Homosexuelle ab. Unter den muslimischen Jugendlichen waren es 59 Prozent, unter den christlich-orthodoxen noch immer 50 Prozent. Und auch unter den befragen Katholiken waren 24 Prozent homophob. Für alle Jugendlichen in Wien sind diese Ergebnisse nicht repräsentativ, betonen die Autoren der Studie. Denn die Befragten würden eher aus sozial schwächeren Milieus stammen.

Doch nachdem die Studienautoren Sätze wie „Wenn ein Freund oder Bruder schwul wäre, würde ich ihn umbringen“ von 16-Jährigen gehört haben, gibt es Handlungsbedarf. Denn Grund für diese Aussagen ist oft Unwissenheit. „Die Jugendlichen weisen zum Teil starken Ekel, aber auch Besorgnis über gesellschaftlichen Werteverfall und ‚Ansteckungsgefahr‘ auf“, heißt es in der Studie.

Eigener Truck, um Vorurteile abzubauen

In Jugendeinrichtungen des stadteigenen „Vereins Wiener Jugendzentren“ (VJZ) möchte man diesen Vorurteilen mit konkreten Maßnahmen begegnen. So bereite man nach Angaben der Tageszeitung „Heute“ die Teilnahme an der Regenbogenparade 2017 vor – sogar mit einem eigenen Truck. Zuvor soll es Workshops geben, um die Jugendlichen auf dieses Ereignis vorzubereiten.

Auch andere Angebote sind geplant: Gegen antisemitische Tendenzen, immerhin bei 47 Prozent der befragten Muslime und 28 Prozent der christlich-orthodoxen Jugendlichen vorhanden, möchte man eine Austauschreise nach Israel anbieten.

Im 2015 hatten 9.500 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren regelmäßig Kontakt mit den Wiener Jugendzentren. „Wichtig ist, das Selbstwertgefühl aufzubauen“, so Manuela Smertnik vom VJZ. Dann sinke auch die Abwertung von anderen. „Wir versuchen, Settings zu schaffen, in denen sie Themen ansprechen können“, erklärt David Schwarz, Jugendarbeiter in der Großfeldsiedlung.