Stadt Köln stellt Wohnplätze für LGBT-Flüchtlinge bereit

Die ersten fünf Plätze wurden bereits bezogen, weitere sollen folgen

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Die Stadt Köln hat in diesem Monat die ersten Wohneinheiten für LGBT-Flüchtlinge bereitgestellt. Das hat die Pressestelle der Stadt bekanntgegeben. Die ersten fünf Plätze wurden bereits bezogen. Sie werden vom Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) betreut.

Passende Unterbringung und Betreuung als Ziel

Damit kommt die Stadt Köln der Forderung einer Arbeitsgruppe nach, die sich auf Wunsch der Stadtarbeitsgemeinschaft für Lesben, Schwule und Transgender (StadtAG LST) gebildet hat. Dieser Gruppe gehören unter anderem einige städtische Einrichtungen, die Aidshilfe Köln, der SKM oder die „Rainbow Refugees Cologne“ an. Ihr war nicht nur eine adäquate Unterbringung der Schutzbedürftigen wichtig, sondern auch eine Betreuung, die den besonderen Bedürfnissen dieser Personengruppe gerecht wird.

Flüchtlinge, die einer sexuellen Minderheit angehören, leiden häufig nicht nur an den Folgen der Gewalt und Verfolgung, die sie in ihren Heimatländern erfahren mussten. Oft geht die Diskriminierung in den Flüchtlingsunterkünften weiter, sie werden Opfer von Erniedrigungen und homophober Gewalt. Auch sind Personal oder Beamte in den Ämtern meistens nicht entsprechend geschult.

Für Oberbürgermeisterin ein „professionelles und zeitgemäßes Konzept“ für LGBT-Flüchtlinge

„Es ist gelungen, für die besonders schutzbedürftigen LSBTI-Geflüchteten ein Angebot zu entwickeln, das ihren Bedürfnissen gerecht wird“, freut sich auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Rieker. Sie sei stolz, dass Köln „als eine der wenigen Gemeinden in Deutschland nun über ein professionelles und zeitgemäßes Konzept für diesen leidgeprüften Personenkreis“ verfüge.

Alle Personen, die mit den LGBT-Flüchtlingen arbeiten, sollen besonders geschult werden. Dies betreffe nicht nur die Sozialarbeiter und Pädagogen, die vom Amt für Wohnungswesen gestellt werden. Auch die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter sollen vom Verein „Rubicon“ dementsprechend eingewiesen werden. Ein Arbeitskreis aller Organisationen der Kölner Community, die sich mit Migration und Flucht befassen, soll Vernetzung fördern und Synergieeffekte nutzen.

Wohnplätze sollen in den nächsten Monaten ausgebaut werden

Das Angebot für LGBT-Flüchtlinge soll in den nächsten Monaten weiter ausgebaut werden. So sollen in Kürze zwei Wohngemeinschaften für drei bis sechs Personen zur Verfügung gestellt werden. Ab Februar 2017 möchte die Stadt zusätzlich ein Gebäude errichten, in dem bis zu 20 Flüchtlinge, die einer sexuellen Minderheit angehören, in kleineren Gruppen zusammenleben können.

Neben Köln gibt es auch in Hannover städtischen Wohnraum für Flüchtlinge, die einer sexuellen Minderheit angehören. In Berlin und Nürnberg werden entsprechende Einrichtungen von lokalen Vereinen getragen.