Positive Asylanträge für Transfrau aus Afghanistan und Lesbe aus Kamerun

Gute Nachrichten zur Weihnachtszeit von den Aktivisten von Queer Base

Queer Base
Queer Base

Gute Nachrichten zur Weihnachtszeit kommen von Queer Base, der Betreuungsstelle für LGBT-Flüchtlinge in Wien. So gab es vor wenigen Wochen unter anderem für eine Transfrau aus Afghanistan und eine Lesbe aus Kamerun positive Asylbescheide.

„Wenn die Betroffenen von Anfang an von uns betreut werden, ist die Wahrscheinlichkeit für einen positiven Asylbescheid hoch“

„Wenn die Betroffenen von Anfang an von uns betreut werden, ist die Wahrscheinlichkeit für einen positiven Asylbescheid hoch“, erklärt Marty Huber von Queer Base. Derzeit kümmern sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter, darunter auch Juristen, um etwa 310 LGBTIQ-Geflüchtete.

Der Fall der Transfrau aus Afghanistan, die nun in Österreich bleiben darf, war recht eindeutig. „Es war klar, dass ihr in der Heimat Ausgrenzung und Todesstrafe drohen“, so Huber im Gespräch mit GGG.at. Hier sei es einfacher gewesen, die Verfolgung nachzuweisen.

Rechtslage für Geflüchtete hat sich in letzter Zeit verbessert

Prinzipiell habe sich die Rechtslage für Geflüchtete, die einer sexuellen Minderheit angehören, auf europäischer Ebene verbessert, heißt es bei Queer Base. Auch bei einigen Sachbearbeitern gebe es ein entsprechendes Problembewusstsein – im Rahmen der geltenden Bestimmungen und Erlässe.

„Es ist immer eine Frage der Glaubwürdigkeit“, ob ein queerer Geflüchteter in Österreich auch Asyl erhalte, so Huber. Darum begleiten auch die ehrenamtlichen Rechtsberater die Betroffenen so gut es geht und es die eigenen Kapazitäten zulassen.

Besonders Transmänner und lesbische Frauen haben es auf der Flucht schwer

Marty Huber verweist dabei auf eine Gruppe, die es besonders schwer hat – in der Öffentlichkeit aber selten erwähnt wird. „Für Transmänner oder lesbische Frauen aus islamischen Ländern hat es massive Konsequenzen, wenn sie in ihrer Heimat bleiben“, erklärt sie. Denn sie widersprechen dem patriarchalen Rollenbild am stärksten.

„Auch ist es für Frauen nicht nur aus muslimischen Ländern deshalb nicht so einfach, ohne Mann an ihrer Seite zu flüchten“, erklärt Huber. Für Männer sei es hingegen leichter, ihre Heimat alleine zu verlassen.

Werden unabhängige Hilfsorganisationen durch das FPÖ-Innenministerium zurückgedrängt?

Dass die FPÖ nun im Innenministerium sitzt und damit auch die Anerkennung von Asylanträgen verantwortet, sieht man bei Queer Base kritisch. Man fürchtet, dass unabhängige Organisationen weiter aus der Flüchtlingsbetreuung zurückgedrängt werden könnten.

Das würde bei Queer Base vor allem die Beschaffung von privaten Unterkünften und die Rechtsberatung beeinflussen. Dabei sei beides speziell für queere Geflüchtete wichtig: Einerseits, um über die eigene sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sprechen zu können, diese auszuleben und damit die Chancen auf einen positiv erledigten Asylantrag deutlich zu erhöhen.


Die anerkannte und ausgezeichnete Arbeit von Queer Base ist ohne Spenden nicht möglich. Wer die Aktivistinnen und Aktivisten unterstützen möchte, findet auf http://friends.queerbase.at/spenden/ alle dazu notwendigen Informationen.