Apple Watch: Kein Pride-Ziffernblatt in Russland

Dieses Design ist gesperrt - und auch das Regenbogen-Armband ist in Russland nicht erhältlich

Apple Watch
Apple

Im Mai dieses Jahres stellte der US-Technologiekonzern Apple ein Regenbogen-Ziffernblatt für seine Apple Watch vor. Passend dazu gibt es auch ein Regenbogen-Armband. Nun hat ein Entwickler herausgefunden: Stellt man das IPhone, mit dem die Apple Watch verbunden ist, auf Russisch als Sprache ein, kann man das Pride-Ziffernblatt nicht mehr verwenden.

Das Regenbogen-Ziffernblatt wird bereits im Quellcode unterdrückt

Und das ist Absicht: Der brasilianische iOS-Entwickler Guilherme Rambo fand im Quellcode der Betriebssysteme iOS und watchOS einen Befehl, der die Anzeige des Regenbogen-Ziffernblatt unterdrückt, sobald man Russland als Standort für das iPhone eingestellt hat.

Das IT-Blog The Verge hat die Entdeckung des Programmierers mit der Betaversion von iOS 12 nachstellen können: Sobald Russland als Standort für das Gerät ausgewählt wurde, verschwindet das Ziffernblatt unabhängig von der eingestellten Sprache. Bereits Wochen zuvor hatten russische Apple-User im offiziellen Apple-Forum kritisiert, dass das Pride-Ziffernblatt fehle. Eine offizielle Reaktion von Apple gab es bis jetzt noch nicht.

Auch das Pride-Uhrband ist im russischen Apple-Store verschwunden

Ahnlich verhält es sich beim Pride-Armband für die Apple Watch: Versucht man es im russischen Apple-Shop zu kaufen, bekommt man eine Mitteilung, dass das Produkt „auf apple.com nicht länger verfügbar“ sei – in anderen Ländern heißt es auf der gleichen Seite, Apple sei stolz, auch mit einem Teil der Erlöse des Armbandes „LGBT-Bürgerrechtsorganisationen zu unterstützen, die an einer positiven Veränderung arbeiten, wie GLSEN, PFLAG, The Trevor Project, Gender Spectrum und The National Center für Transgender Equality in den USA, und international ILGA“.

Grund dafür ist die Rechtslage in Russland: So gibt es seit fünf Jahren ein – international umstrittenes – Gesetz gegen „Homo-Propaganda“: Es besagt, dass LGBT-Inhalte überall dort nicht zu sehen sein dürfen, wo Minderjährige sie sehen könnten – also praktisch in der gesamten Medienlandschaft und Öffentlichkeit.

Für Apple ist diese Entdeckung unangenehm – denn eigentlich setzt sich der Konzern aus Cupertino seit Jahren auch politisch für die LGBT-Community ein. „Die kulturell vielfältigste Gruppe wird die besten Produkte hervorbringen“, ist Apples offen schwuler Vorstandsvorsitzender Tim Cook überzeugt. Zusätzlich unterstützt Apple über die (RED)-Produkte den weltweiten Kampf gegen HIV und Aids.