Katholische Studentenverbindungen warnen: Ehe-Öffnung führt zu Kinder-Armut

Weil auch die Eingetragene Partnerschaft geöffnet wird, entdeckt der Cartellverband die dort geltenden Ungleichheiten

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Die Öffnung von Ehe und Eingetragener Partnerschaft ist beschlossen. Einigen katholischen Verbänden ist das ein Dorn im Auge – und dabei kämpfen sie auf allen Fronten. So kritisiert der Österreichische Cartellverband (ÖCV) als Dachverband der katholischen Studentenverbindungen nun die Öffnung der Eingetragenen Partnerschaften für heterosexuelle Paare.

Kartellverband kritisiert schlechtere Absicherung durch Eingetragene Partnerschaften

Denn diese könnte Nachteile für alleinerziehende Mütter und Väter bringen, warnt der Verband. „Dem Schutz von Kindern und finanziell schwächeren Partnern gebührt höchster Stellenwert. Da darf nichts aufgeweicht werden“, betont ÖCV-Präsident Stefan Grüneis in einer Presseaussendung.

So sei derzeit im Streitfall der Stellenwert von Kindern in Eingetragenen Partnerschaften „völlig unzureichend“, kritisiert der ÖCV-Präsident. So müsse der Vater in der Eingetragenen Partnerschaft – anders als bei einer aufrechten Ehe – die Vaterschaft extra anerkennen oder diese die Mutter im Streitfall gerichtlich feststellen lassen.

Als diese Probleme nur Regenbogenfamilien betrafen, schwieg der Cartellverband

Besonders problematisch wäre es für alleinerziehende Elternteile, wenn die Eingetragene Partnerschaft wegen Auseinanderlebens oder Zerrüttung aufgelöst werde: In diesem Fall würden die bzw. der Alleinerziehende weniger als die Hälfte des Unterhalts zugesprochen bekommen als nach einer Ehescheidung oder schlimmstenfalls gänzlich entfallen, warnt der Cartellverband.

Neu sind diese Probleme nicht – LGBT-Aktivisten kritisieren diese Unterschiede, mit denen Regenbogenfamilien leben mussten, schon länger. Nur hat sie der konservativ-katholische ÖCV mit seinen 13.000 Mitgliedern bis jetzt ignoriert. Dass er dieses Problem ausgerechnet dann für sich entdeckt, wenn die Bundesregierung die Ehe-Öffnung bestätigt, sorgt wohl nicht nur in der Community für Unverständnis.

ÖCV befürchtet auch Anstieg der Leihmutterschaft

Eine weitere Sorge des ÖCV betrifft die Leihmutterschaft: Weil künftig auch gleichgeschlechtliche Paare gesetzmäßig ihren Willen bekunden, „Kinder zu zeugen“, werde der „Sinn der Zeugung von Kindern ad absurdum geführt. Vielmehr werden also künftig Adoption und Leihmutterschaft in den Vordergrund treten“, fürchtet ÖCV-Präsident Grüneis.

„Eine fremde Frau für den eigenen Kinderwunsch heranzuziehen, ist entschieden abzulehnen“, betont er: „Das ist nicht nur eine ethische Frage, sondern es würden auch Kinder von ihren Müttern getrennt“, so Kroneis, der in dieser Frage „eine rasche Gesetzesreparatur“ fordert – obwohl Leihmutterschaft in Österreich ohnehin verboten ist.