CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist „Miss Homophobia 2018“

Mit dem "traditionellen Ehebegriff" positionierte sie sich bis zuletzt als klassisch-katholische Konservative

Annegret Kramp-Karrenbauer als
Bernd Ertl/Enough is Enough

CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer wurde von den Fans des Aktivistennetzwerks „Enoughis Enough“ in einer Online-Abstimmung zur „Miss Homophobia 2018“ gewählt. Grund dafür war ihre Kritik zur Öffnung der Ehe, mit der die 56-Jährige bis zuletzt Politik gemacht hat.

Sie setze sich mit 45 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen die Vorjahresgewinnerin, die offen lesbische AfD-Fraktionschefin Alice Weidel durch. Weitere Kandidaten waren „Volks-Rock’n’Roller“ Andreas Gabalier, Papst Franziskus und AfD-Politikerin Nicole Höchst.

Mit Homophobie hat sich Kramp-Karrenbauer als „zuverlässige Konservative“ inszeniert

„Annegret Kramp-Karrenbauer hat homophobe Positionen ganz eindeutig dazu genutzt, sich im Wahlkampf um den CDU-Vorsitz als ‚zuverlässige‘ wertkonservative Politikerin zu inszenieren“, erklärte „Enough is Enough“ die Wahl von Kramp-Karrenbauer.

So hat sie sich in den letzten Jahren immer wieder gegen eine Öffnung der Ehe ausgesprochen – auch, als diese bereits im Bundestag beschlossen wurde. Sie habe immer dazu gestanden, „dass es Verpartnerung gibt, dass Diskriminierungen abgebaut werden, aber ich habe beim Thema ‚Ehe für alle‘ eben einen sehr traditionellen Ehebegriff“, so Kramp-Karrenbauer noch im November gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Dieser Ehebegriff – die Ehe als Verbindung von Mann und Frau – sei „vielleicht nicht mehr mehrheitsfähig, aber ist meine persönliche Überzeugung und dazu stehe ich“, so Kramp-Karrenbauer, die zu dieser Zeit bereits für den CDU-Vorsitz kandidierte.

Die Ehe-Öffnung mache den Weg für Polygamie und Inzest frei, so AKK 2015

Im Jahr 2015 ging sie als saarländische Ministerpräsidentin noch einen Schritt weiter: „Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen“, verglich sie die Ehe-Öffnung mit Polygamie oder Inzest. Entschuldigt hat sie sich für diesen Vergleich übrigens bis heute nicht.

Für „Enough is Enough“ ist das unverständlich: „Was an gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wertvoll oder konservativ sein soll, muss sie noch beantworten. Die Ehe für alle ist seit ihrer Einführung etwas, dass für mehr Glück, Stabilität und Gerechtigkeit in Deutschland sorgt.“

Die Ehe-Öffnung „konstituiert öffentlich Familien, bietet vielen Tausend Kindern eine nun auch rechtlich abgesicherte Basis für ihr Aufwachsen mit Regenbogeneltern und sorgt dafür, dass über Jahrzehnte an LGBTIQ begangenes Unrecht nicht wiedergutgemacht, aber von anderen, schöneren Bildern überlagert wird“, so die Aktivisten.