Der letzte Life Ball wird eine Reise über den Regenbogen

Life Ball
Life Ball/© Alexander Haessner 2019

Der letzte Life Ball am 8. Juni wird eine Reise über den Regenbogen in den Zirkus. Das hat Organisator Gery Keszler am Montag bei der Präsentation des Programms bekanntgegeben. Bei dieser Gelegenheit hat er sich auch gegen einen Artikel der Tageszeitung Kurier gewehrt, die von einem erheblichen finanziellen Mehrbedarf berichtet hat.

Porno-Star François Sagat macht klar: „Know Your Status“

Bei der Präsentation gab Keszler erste Einblicke in die Eröffnungsshow am Rathausplatz. Diese wird von Conchita und Dianne Brill, der Muse von Künstler Andy Warhol, moderiert. Die Bühne ist dieses Jahr einem Zirkuszelt nachempfunden. Testimonial für die „Know your Status“-Kampagne ist dieses Jahr der französische Kult-Pornodarsteller François Sagat. „Lasst Euch testen“, riet Sagat vor allem jungen Menschen.

Zunächst werden schrecklich aussehende Zirkusfreaks Richtung Bühne einziehen. Dort werden sie auf den Zauberer von Oz treffen und ins Farbenspektrum des Regenbogens gebracht. Der gemeinsame Weg zeige sich dabei als das Ziel und als nie endend, denn die Eigenschaften würde jeder in sich selbst finden, nur gemeinsam könne man zur Entfaltung gelangen.

Stonewall-Jubiläum und EuroPride spielen eine wichtige Rolle bei der Eröffnung

Außerdem wird – dem Motto „United in Diversity“ gemäß – dem 50. Jahrestag der Stonewall Riots gedacht, der Geburtsstunde der modernen LGBT-Bewegung. Auch die EuroPride, die am Wochenende darauf nach 18 Jahren wieder in Wien stattfinden wird, wird eines der Themen des letzten Life Balls sein. Jungdesigner Christian Cowan wird dieses Jahr die Modeschau am Rathaus gestalten, Missoni jene der „Life+ Solidarity Gala“, die im Vorfeld stattfindet.

Über das Ende des Life Balls sagte Gery Keszler bei der Programm-Präsentation, dass die Veranstaltung durch fehlende finanzielle Unterstützung nicht mehr finanzierbar ist. „Es ist nun Zeit, dieses Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen“, meinte er. „Es war uns wirklich eine Ehre und mir ein Lebensbedürfnis“, sagte Keszler bei der Pressekonferenz teilweise unter Tränen.

Gery Keszler widerspricht den Kurier-Berichten entschieden

Dabei widersprach Keszler auch der Berichterstattung in der Tageszeitung Kurier. Dort wurde vor einigen Tagen berichtet, dass der Verein zusätzlich zu der jährlichen Subvention von 900.000 Euro durch die Stadt um eine Ausfallgarantie in Höhe von 300.000 Euro gebeten habe – und dass die Stadt zusätzlich 500.000 bis eine Million Euro zuschießen solle. Das weist Keszler empört zurück.

Gerlinde Hecht, die Kassierin des Trägervereins „Life+“ hatte dazu Zahlen: Die jährliche Subvention durch die Stadt habe 800.000 Euro betragen und sei seit 2008 nicht an die Inflation angepasst worden. Dieses Jahr gab es eine einmalige Zweckwidmung in der Höhe von 100.000 Euro für Erneuerungen in der EDV.

Die Haftungserklärung über 300.000 Euro sei aktiv vonseiten der Stadt angeboten worden, „aber dann wurde das Angebot doch wieder zurückgezogen. Natürlich wäre das eine Sicherheit gewesen, die wir gerne angenommen hätten“, sagt Hecht. Um die im Kurier kolportierte zusätzliche Million habe man nie gebeten – um die Kostensteigerungen abzufangen, hätte man aber 500.000 Euro extra gebraucht, ergänzt Keszler.

Allerdings würde man das Geld nicht brauchen, um einen Gewinn zu finanzieren, wie das „fälschlicherweise“ behauptet worden sei, betont Hecht: Man habe 2018 erfolgreich gewirtschaftet, bekomme sämtliche Gütesiegel und könne Geld für die Projekte ausschütten. Das könne sie auch für das laufende Jahr garantieren.