Regenbogenparade in Bratislava: Ein voller Erfolg für die Vielfalt

10.000 Teilnehmer für gleiche Rechte

Bratislava
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Ein voller Erfolg war die 9. Regenbogenparade in der slowakischen Hauptstadt Bratislava: Etwa 10.000 Menschen versammelten sich auf dem Hviezdoslav-Platz, um für gleiche Rechte für sexuelle Minderheiten zu demonstrieren. Die Demonstration war der Höhepunkt einer Pride-Woche.

Reden, ein kurzer Umzug und ein Konzert als Höhepunkt der Pride Week

Kurz vor halb sechs setzten sich die Demonstranten in Bewegung, um etwa eine Stunde später wieder zum Platz zurückzukehren. Dort fand dann auch die Abschlussveranstaltung statt, die Parade endete mit einem Konzert. 

Gemeinsam mit den Aktivistinnen und Aktivisten aus der Slowakei marschierten Vertreter von 35 Botschaften und der slowakischen Vertretung der Europäischen Kommission beim Regenbogenmarsch mit. Sie betonten, dass es ihre Verpflichtung sei, die Menschenrechte aller Menschen ohne Unterschied zu schützen und zu verteidigen.

Bratislava soll eine Stadt sein, in der sich alle sicher fühlen können, sagt der Bürgermeister

Auf der Bühne sprachen unter anderem der Bürgermeister von Bratislava, Matúš Vallo, und der Theologe Ondrej Prostredník. Bürgermeister Vallo betonte in seiner Rede, dass Bratislava eine Stadt sein möchte, in der sich alle sicher fühlten.

„In einer Zeit, in der Minderheiten in der Slowakei nicht nur verbal angegriffen werden, ist es sehr wichtig, dass wir uns als Mehrheit für diejenigen einsetzen, die unsere Hilfe benötigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine religiöse Minderheit oder eine ethnische Zugehörigkeit handelt oder nicht. Bratislava als Stadt soll sich um die schwächeren Menschen kümmern können“, so das Stadtoberhaupt.

Hetze gegen LGBT darf im slowakischen Wahlkampf keine Rolle spielen, fordern die Organisatoren

Die Veranstalter der Regenbogenparade in Bratislava forderten die Vertreter der politischen Parteien auf, im kommenden Wahlkampf auf Hassreden gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten zu verzichten.

„Anstatt nach Lösungen für Probleme zu suchen und diese zu fördern, nutzen politische Vertreter LGBT-Menschenrechte als Instrument des politischen Kampfes und der Spaltung der Gesellschaft. LGBT-Menschen werden als jemand ausgeschlossen, der nicht die gleichen Werte und Moralvorstellungen wie die meisten teilt und die Familie bedroht. Die Politiker und sogar ihre eigenen Kinder wiederholen ständig die krassesten Vorurteile gegenüber dieser Minderheit, die jetzt nicht nur von extremistischen, sondern auch von normalen politischen Parteien verbreitet werden“, heißt es in der Aufforderung.

Bereits die ganze Woche gab es in Bratislava jede Menge LGBT-Veranstaltungen: Diskussionen, Theateraufführungen, Workshops und Filmvorführungen boten ein rundes Programm für alle Interessierten.