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Frankreich lockert Blutspende-Regeln für schwule Männer erneut

Ziel ist eine volle Gleichberechtigung zwischen homo- und heterosexuellen Spendern

Blutkonserve
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Frankreich lockert erneut die Regeln für schwule und bisexuelle Männer, die Blut spenden wollen: Waren bis jetzt zwölf Monate Enthaltsamkeit notwendig, werden es ab dem nächsten Jahr nur mehr vier Monate sein – und ab 2022 könnten homo- und heterosexuelle Blutspender sogar vollkommen gleich behandelt werden.

Vier Monate Enthaltsamkeit statt einem ganzen Jahr

Wie das französische Gesundheitsministerium mitteilte, wird die Latenzperiode, in der schwule und bisexuelle Spender keinen gleichgeschlechtlichen Sex haben dürfen, ab 1. Februar 2020 auf vier Monate reduziert. Als Grund dafür gab das Ministerium neue wissenschaftliche Erkenntnisse an.

Die Änderung sei ein „erster Schritt“, so das Ministerium weiter. Ab 2022 sollen homosexuelle Spender sogar vollkommen gleich behandelt werden wie heterosexuelle, so das Ziel. Vorher müsse man aber noch die potenziellen Risiken untersuchen.

In Österreich ist die Blutspende für schwule und bisexuelle Männer weiterhin verboten

Bereits 2016 hatte Frankreich das seit 1983 geltende Totalverbot für schwule und bisexuelle Blutspenden aufgehoben. Allerdings müssen die Spender – unabhängig vo ihrem persönlichen Risiko – zwölf Monate gleichgeschlechtlich enthaltsam leben, um ihr Blut weitergeben zu können. Diese Regelung gilt derzeit auch in Deutschland.

In Österreich gilt nach wie vor dieses Totalverbot, genauso wie in Kroatien oder Griechenland. In anderen europäischen Ländern wie Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal oder Spanien gibt es keine Ungleichbehandlung – abgefragt wird immer das persönliche Risikoverhalten des Blutspenders.

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