25-jähriger Schwuler in Berlin krankenhausreif geprügelt

Der Mann war mit seinem Freund zu einem Lokal unterwegs, als plötzlich Unbekannte auftauchten

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

Dramatischer Angriff auf ein schwules Paar in Berlin-Kreuzberg: Die beiden Männer, 25 und 29 Jahre alt, waren in der Nacht auf Sonntag zu einem Restaurant unterwegs, als sie von drei Unbekannten zunächst angepöbelt und dann brutal attackiert wurden. Das gab die Berliner Polizei in einer Pressemitteilung bekannt.

Vor einem Lokal wurde das Paar von drei Unbekannten angepöbelt, dann schlug einer der Angreifer zu

Es war kurz nach Mitternacht, als das Paar zu Fuß zu einem Grillhaus in der Admiralstraße unterwegs war. Auf dem Gehsteig vor dem Lokal trafen sie auf drei Unbekannte, die das Paar sofort schwulenfeindlich beleidigte.

Die beiden Männer versuchten, sich von den Pöblern fernzuhalten und gingen weiter. Doch die Unbekannten folgten dem Paar und griffen die beiden an. Einer der Angreifer schlug dem 25-Jährigen mit der Faust gegen den Kopf. Dieser ging daraufhin zu Boden – woraufhin die Unbekannten auf ihn eintraten.

Mit der Faust ins Gesicht: 25-Jähriger musste im Krankenhaus behandelt werden

Bei der Flucht schlug einer der Angreifer dem jungen Mann noch eine Flasche gegen den Kopf. Dann konnte das Trio unerkannt entkommen. Der 29-jährige Lebensgefährte des Mannes blieb bei dem Vorfall unverletzt. Alarmierte Rettungskräfte brachten den verletzten 25-Jährigen ins Krankenhaus, wo er ambulant behandelt wurde.

Nähere Angaben zu den Angreifern wurden in der Mitteilung der Berliner Polizei nicht gemacht. Die Ermittlungen hat, wie bei allen Hassverbrechen, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin gemacht. Erst am Vortag wurde in Berlin eine Trans-Frau in der U-Bahn beleidigt und mit einer Flasche beworfen.

Polizei registriert mehr Gewalt gegen sexuelle Minderheiten in Berlin

Im Gegensatz zu anderen Städten geht die Berliner Polizei in ihrer Pressearbeit mit solchen Taten offen um und macht Hassverbrechen publik. Deshalb gelangen diese im Vergleich mit anderen Städten relativ oft an die Öffentlichkeit.

Die Zahl der Fälle von Gewalt gegen sexuelle Minderheiten in Berlin ist im Jahr 2018 gestiegen. Das dürfte auch daran liegen, dass auch kleinere Vorfälle immer öfter gemeldet werden. Die Berliner Polizei zählte im letzten Jahr 225 Straftaten gegen sexuelle Minderheiten, das sind 54 mehr als im Jahr zuvor. Davon konnten 47 Prozent aufgeklärt werden – ein Anstieg zu 2017, wo die Aufklärungsrate bei 42 Prozent lag.