Outet sich heute ein deutscher Bundesliga-Fußballer?

Twitter-Account sorgt für Aufmerksamkeit

Fußball
Symbolbild - Fotolia

Ein Twitter-Account, der erst vor zwei Tagen angelegt wurde, bewegt nicht nur die Fußballwelt: „Ich bin ein schwuler Spieler der 2. Bundesliga. Ich möchte mich bald outen, um das Versteckspiel zu beenden.“, schreibt der Unbekannte in einem seiner ersten Tweets.

Die Ankündigung, sich zu outen, hat auf Twitter mehr als 6.000 Likes bekommen

Über den Account mit dem Nick „Gay Bundesligaspieler“ möchte er testen, ob er dem Druck, der nach einem öffentlichen Coming Out auf ihn hereinbrechen würde, standhalten könne, schreibt er weiter. Mittlerweile hat der Tweet mehr als 6.000 Likes, wurde über 600 Mal retweetet und fast 900 Mal beantwortet.

Das hat auch den Unbekannten beeindruckt. „Ich wollte heute Morgen nur kurz diesen Kanal checken. Muss mich erstmal sammeln – das gerät ja jetzt schon fast außer Kontrolle“, schreibt er heute Vormittag- und verspricht für den Abend mehr Informationen.

Vorschlag der Twitter-User: Thomas Hitzlsperger könnte dem Unbekannten helfen

Auf Twitter gibt es vorwiegend positives Feedback. Viele User wünschen dem Unbekannten viel Kraft und Erfolg oder bieten ihm seine Unterstützung an. Eine Userin schlägt ihm vor, sich von Thomas Hitzlsperger beraten zu lassen. Der heutige Sport-Vorstand und Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart hatte sich im Januar 2014, ein halbes Jahr nach dem Ende seiner aktiven Karriere, geoutet-

Ob hinter dem Account wirklich ein schwuler Bundesliga-Kicker steckt, ist zur Stunde noch unklar. In England hat es schon einmal eine ähnliche Aktion gegeben. Da hat der Account „The Gay Footballer“ im Juli dieses Jahres behauptet, ein schwuler Profifußballer zu sein, der sich outen wolle.

Schon einmal ging das Coming Out eines Fußballers über Twitter schief

Doch ein Name wurde nie öffentlich. „Ich dachte, ich sei stärker. Da lag ich falsch“, schrieb dieser Unbekannte und löschte den Account, der zu diesem Zeitpunkt schon fast 50.000 Follower hatte. Der mutmaßliche deutsche Profi hat auf seinem Account angegeben, von dem Engländer inspiriert worden zu sein.

Ein Blick auf die Accounts, denen der deutsche Fußballer folgt, zeigt, dass er sich mit dem Thema offenbar schon länger auseinandersetzt. So folgt er unter anderem dem Schweden Anton Hysén, einem der ersten offen schwulen Fußballprofi. Auch Accounts wie „Pride in Football“, der Online-Magazin queer.de, die Bild-Zeitung oder die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld gehören, wie der deutsche Nationalspieler Leroy Sané, zu den abonnierten Profilen.