17-Jähriger beleidigt Trans-Frau und wirft einen Stein nach ihr

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In Berlin-Kreuzberg ist am Mittwochabend eine 28-jährige Trans-Frau von einem flüchtigen Bekannten zunächst beleidigt und dann mit Steinen beworfen worden. Das meldet die Polizei in einer Pressemitteilung. 

Opfer und mutmaßlicher Täter kannten sich flüchtig

Der Vorfall ereignete sich ersten Ermittlungen zufolge gegen 20.40 Uhr in der Friedrichstraße. Die Trans-Frau wurde von dem 17-Jährigen wiedererkannt und daraufhin mehrfach transfeindlich beschimpft.  

Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung soll der junge Mann auch einen Stein nach der Frau geworfen haben, der sie allerdings nur am Fuß traf und nicht verletzte. Anschließend entfernte sich der 17-Jährige. Nähere Angaben über den mutmaßlichen Täter sind nicht bekannt. 

Die Trans-Frau erstattete Anzeige bei der Polizei und nannte dabei auch den Namen des jungen Mannes. Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen. 

Schon der zweite queerfeindliche Übergriff innerhalb einer Woche

Erst in der Nacht zum Montag waren in Berlin eine Travestie-Künstlerin und ein Travestie-Künstler auf dem Weg nach Hause beschimpft und geschlagen. Insgesamt scheint die Zahl der Vorfälle gegen sexuelle Minderheiten in der deutschen Bundeshauptstadt stark anzusteigen. 

So hat das Berliner Anti-Gewalt-Projekt Maneo im letzten Jahr insgesamt 559 Fälle von queerfeindlicher Gewalt ausgewertet – um 46 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Die Zahl der nicht gemeldeten Vorfälle dürfte allerdings um ein Vielfaches höher sein. 

Berlin hat eigene Ansprechstellen für LGBTI-Opfer 

Bei Maneo können LGBTI-feindliche Straftaten aus Berlin über die Webseite oder jeden Tag von 17 bis 19 Uhr über das Überfalltelefon unter der Nummer +49/(0)30/216 33 36 gemeldet werden. 

Außerdem können Opfer von Hasskriminalität auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Weiters gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664 979 444 erreichbar.