Donnerstag, 18. Juli 2024
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Biden gewinnt US-Wahl: Ein gutes Zeichen für die Community

Auch viele LGBTI-Abgeordnete schaffen den Sprung in die Parlamente

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Die Wahl um den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ist geschlagen – und nicht nur aus LGBTI-Sicht ist das Ergebnis äußerst erfreulich. Der Demokrat Joe Biden hat mit seiner Vizepräsidentschafts-Kandidatin Kamala Harris gegen das amtierende Duo Donald Trump und Mike Pence gewonnen.

Mit Biden und Harris ziehen zwei langjährige LGBTI-Verbündete ins Weiße Haus ein

Mit Biden und Harris ziehen zwei Verbündete der LGBTI-Community ins Weiße Haus, während Homo-Hasser wie Mike Pence nun ihren Platz räumen müssen. So hatte Joe Biden im Wahlkampf unter anderem versprochen, nach seiner Wahl unter anderem jene Dekrete von Donald Trump rückgängig zu machen, die trans Personen im Gesundheitssystem diskriminieren. Außerdem will er die immer zahlreicher werdenden Morde an trans Frauen – vor allem Afroamerikanerinnen und Latinas – stoppen.

In seiner Antrittsrede war Biden der erste designierte Präsident, der auch explizit die Trans-Community erwähnte: „Ich bin stolz auf die Koalition, die wir zusammengebracht hatten, die breiteste und diverseste in der Geschichte. Demokraten, Republikaner und Unabhängige. Progressive, Gemäßigte und Konservative. Junge und Alte. Aus den Städten, Vorstädten und vom Land. Schwule, Lesben, Heteros und Transgender“, so Biden.

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„Die Wahl von Joe Biden und Kamala Harris zeigt einmal mehr, dass gleiche Rechte ein Gewinner-Thema ist“, sagte Alphonso David, Präsident der LGBTI-Lobbygruppe Human Rights Campaign (HRC). Er erinnerte, dass Biden in den 1980er Jahren die ersten Maßnahmen zum Schutz gegen Hassverbrechen unterstützt hatte. Harris wiederum hatte beispielsweise als Bezirksstaatsanwältin von San Francisco nach dem Ende der „Prop 8“ in Kalifornien einige der ersten gleichgeschlechtlichen Eheschließungen selbst geleitet.

Für LGBTI-Kandidaten hat sich die Wahl ausgezahlt

Sarah McBride
Sarah McBride Campaign

Auch sonst waren die Wahlen am letzten Dienstag für die LGBTI-Community ziemlich erfolgreich: Mit Sarah McBride gewann die erste trans Person einen Sitz im Senat eines Bundesstaates. Andere transgeschlechtliche Frauen wie Taylor Smalls aus Vermont, Stephanie Byers aus Kansas und Brianna Titone aus Colorado ziehen in die Repräsentantenhäuser ihrer Bundesstaaten ein.

Als erster LGBTI-Abgeordneter des Bundesstaates zieht Adrian Tam ins Repräsentantenhaus von Hawaii. In Oklahoma zieht Mauree Turner als erster nicht-binärer Mensch in das Repräsentantenhaus eines Bundesstaates ein, Michele Rayner-Goolsby ist die erste schwarze, lesbische Frau im Parlament von Florida. Die ebenfalls schwarze und lesbische Kim Jackson wurde die erste queere Person im Senat des Staates Georgia.

Mondaire Jones and Ritchie Torres
Kampagnen

Jabari Brisport ist der erste schwarze Schwule im Parlament des Bundesstaates New York. Aus der Stadt New York ziehen zwei hoffnungsvolle junge schwule Männer in das US-Repräsentatenhaus: Der 32-jährige Afro-Latino Ritchie Torres und der ein Jahr ältere Afroamerikaner Mondaire Jones zieht es nach Washington D.C., die Hauptstadt der Vereinigten Staaten.

Einen großen Erfolg gab es für die offen lesbische Charmaine McGuffey: Sie gewann die Wahl zum Sherif in Hamilton County im Bundesstaat Ohio. McGuffey setzte sich gegen den Amtsinhaber Jim Neil durch – der sie nach 23 Jahren im Dienst von ihrem Posten als Leiterin der Gefängnis- und Gerichtsdienste gefeuert hatte, weil sie lesbisch ist.