Berlin: 40-jähriger auf Polnisch schwulenfeindlich beschimpft

Frau bestreitet, mit den Beschimpfungen den 40-Jährigen gemeint zu haben

Polizei
Symbolbild - Fotolia

Weil sie einen Mann schwulenfeindlich beleidigt haben soll, ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin gegen eine 38-Jährige. Die Polizei hat den Vorfall, der sich schon am Donnerstag ereignet haben soll, erst gestern öffentlich gemacht.

Der Mann verstand die Beleidigungen und holte die Polizei

Es war gegen 9.00 Uhr in der Früh, als ein 40-Jähriger im Bereich Berkaer Straße/Kösener Straße/Berkaer Platz im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf an einer Frau vorbeiging, die auf einer Bank saß und telefonierte. Dabei soll die 38-Jährige den Mann mehrere Male auf Polnisch schwulenfeindlich beleidigt haben. Der Beschimpfte versteht allerdings die Sprache – und damit auch die Beleidigungen. Er rief deshalb die Polizei.

Bevor die Polizist:innen am Tatort eintrafen, ging die Frau in ein Wohnhaus. Dort konnte sie von den Einsatzkräften wenig später gefunden und überprüft werden. Den Beamt:innen gegenüber bestritt die 38-Jährige, den Mann mit den Beschimpfungen gemeint zu haben. Auf sie wartet nun ein Strafermittlungsverfahren wegen homophober Beleidigung. Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen.

Zweiter Vorfall am letzten Donnerstag

Letzten Donnerstag hatte es ebenfalls in Berlin-Charlottenburg einen weiteren schwulenfeindlichen Vorfall gegeben: Ein 60 Jahre alter Mann wurde gegen 18.30 in der U-Bahn-Station Wilmersdorfer Straße von einem bislang unbekannten Jugendlichen angerempelt und homophob beleidigt. Der Mann hatte den Burschen und seine Begleiter zuvor in der U-Bahn aufgefordert, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Opfer von Hasskriminalität können unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Damit soll sexuellen Minderheiten, die oft ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden. Das soll die hohe Dunkelziffer bei diesen Taten langfristig senken.