Home Politik Inland Wiener Foto-Mahnwache gegen „LGBT-freie Zonen“ in Polen zerstört

Wiener Foto-Mahnwache gegen „LGBT-freie Zonen“ in Polen zerstört

Gibt es einen Zusammenhang mit den Demonstrationen der Corona-Gegner vom Wochenende?

Zerstörtes Foto-Mahnmal
Ewa Ernst-Dziedzic/Facebook

Unbekannte haben am Wochenende vor dem Polnischen Institut in Wien eine Foto-Mahnwache der Grünen gegen die „LGBT-freien Zonen“ in Teilen Polens zerstört. Die Grüne LGBTIQ- und Menschenrechtssprecherin Ewa Ernst-Dziedzic gibt sich dadurch aber nicht geschlagen und will weiter gegen die Diskriminierung sexueller Minderheiten in Polen und Ungarn kämpfen.

Ein Teil der Installation wurde mutwillig zerstört

Am Montag wurden die Grünen vom Polnischen Institut informiert, dass ein Teil der Installation mutwillig zerstört worden war: Ein Transparent der aus vier Teilen bestehenden Mahnwache wurde gestohlen, das Gestell wurde auseinandergerissen und ein Scharnier verbogen. „Diese offenbar mutwillige Zerstörung macht sichtbar, dass wir noch viel zu tun haben: hate speech, hate crime und der Hass LGBTIQ gegenüber ist auch in Österreich ein großes Thema“, so Ernst-Dziedzic.

Die Grünen-Politikerin kündigte auch an, wegen der Zerstörungen umgehend Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten: „Ich möchte, dass dem nachgegangen wird, wer die Mahnwache zerstört hat, ob sie während der Demonstrationen am Samstag erfolgte und ob womöglich eine bestimmte Gruppe dahintersteckt“, erklärte die Nationalratsabgeordnete.

Permanente Aktion gegen „LGBT-freie Zonen“ in Teilen Polens

Die Foto-Mahnwache ist eine Initiative der Grünen und wurde Mitte Februar vor dem Polnischen Institut am Gestade in der Wiener Innenstadt aufgestellt. Als „permanente Aktion“ sollten lebensgroß ausgedruckte Fotos von Aktivist:innen vor einem Regenbogenhintergrund die Angriffe auf die Rechte sexueller Minderheiten in den betroffenen EU-Staaten anprangern.

„Zwei Monate lang erinnerte die Mahnwache daran, dass wir bei Diskriminierung und Ausgrenzung über Grenzen hinweg solidarisch sind und nicht wegsehen, wenn in europäischen Staaten wie Polen oder Ungarn Menschenrechte beschnitten werden“, so Ernst-Dziedzic weiter. In dieser Zeit sei die Mahnwache positiv aufgenommen worden, wie Rückmeldungen zeigten.

Doch von ihrem Protest gegen die Diskriminierung sexueller Minderheiten in der EU lässt sich die Menschenrechtssprecherin durch diesen Vandalenakt nicht abbringen: Sie kündigte an, kommenden Montag eine Foto-Mahnwache vor der ungarischen Botschaft aufzustellen. Aktueller Anlass dafür ist eine Änderung der ungarischen Verfassung, wonach eine Familie künftig nur mehr mit einem heterosexuellen Paar definiert wird. Außerdem soll die Foto-Mahnwache später auch durch die Bundesländer touren.