Berlin: Homo-Hasser traten 39-Jährigem die Türe ein

Der Mann konnte sich buchstäblich in letzter Sekunde retten

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Ungewohnt skrupellos gingen drei Homo-Hasser am Freitagabend in Berlin vor: Sie verfolgten einen 39-Jährigen nicht nur bis zu seiner Wohnung, sondern brachen auch noch seine Wohnungstüre auf. Das meldet die Berliner Polizei am Samstagnachmittag.

Der Mann saß im Hof seines Hauses, als er plötzlich beleidigt wurde

Den bisherigen Ermittlungen zufolge saß ein 39 Jahre alter Mann gerade auf dem Hof des Mehrfamilienhauses an der Straße der Pariser Kommune, in dem er wohnt. Plötzlich kamen drei ihm unbekannte Männer auf ihn zu und beleidigten ihn schwulenfeindlich.

Doch bei Worten ist es nicht geblieben: Einer der Männer soll ihm anschließend gegen den Brustkorb getreten haben, wodurch der 39-Jährige nach hinten fiel. Der Mann flüchtete in seine Wohnung und schloss die Wohnungstüre – in der Hoffnung, die Angreifer so abwehren zu können.

Die Männer traten gegen die Wohnungstüre, bis diese aufsprang

Doch die Männer folgten ihm und traten mehrere Male gegen die Wohnungstüre, bis diese aufsprang. Der 39-Jährige hatte in der Zwischenzeit die Polizei gerufen. Das brachte die Angreifer schließlich dazu zu flüchten – sie konnten entkommen, da nicht mehr ermittelt werden konnte, in welche Richtung sie flüchteten.

Wie bei allen möglichen Hassdelikten führt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen. Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität seit einigen Jahren gezielt öffentlich. Deshalb wird – verglichen mit anderen Städten im deutschsprachigen Raum – verhältnismäßig oft darüber berichtet.  

Außerdem können Opfer von Hasskriminalität in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LSBTI.  Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.