Schwulen Pfarrer erpresst: 30-Jähriger vor Gericht

Der Geistliche zahlte dem 30-Jährigen hohe Summen

Justitia
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Weil er einen römisch-katholischen Pfarrer wegen dessen Homosexualität erpresst hatte, wurde ein 30 Jahre alter Serbe am Donnerstag zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Wie der Münchner Merkur berichtet, hatte der Mann von dem Geistlichen aus dem Landkreis Dachau mehr als 10.000 Euro erpresst. 

„Eine kleine Hilfe“, um keine eindeutigen Videos zu veröffentlichen

Im Dezember 2020 meldete sich der Angeklagte das erste Mal bei dem Geistlichen. Drei Monate lang drohte er, Videos des Gottesmannes zu veröffentlichen, die dessen Homosexualität belegen würden. Sogar am Heiligen Abend forderte der 30-Jährige “eine kleine Hilfe”, wie aus Chats hervorgeht, die vor Gericht verlesen wurden. 

Der Pfarrer zahlte: Zwischen Dezember 2020 und März 2021 gab es nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zu acht Geldübergaben. Einmal waren es 900 Euro, ein anderes Mal 2.000 Euro. Insgesamt zahlte der Geistliche 11.705 Euro, zum Schluss brachten ihn die Schweigegeldzahlungen in finanzielle Nöte. 

Der Angeklagte hatte bei illegalem Glücksspiel hohe Schulden gemacht

Der Grund für die Erpressung: Der 30 Jahre alte alleinerziehende Vater von zwei Kindern hatte finanzielle Probleme. Vor Gericht gab der Angeklagte zu, bei Sportwetten und illegalen Pokerrunden insgesamt 20.000 Euro verloren zu haben. Die Männer, denen er das Geld schulde, könnten dieses “mit Nachdruck einfordern”, erklärte er vor Gericht. 

Bereits vor dem Prozess hatte der Angeklagte mit dem Opfer einen Ausgleich vereinbart. Er werde ihm die erpresste Summe in Raten zurückzahlen, zusätzlich zu einem Schmerzensgeld in der Höhe von 1000 Euro. Die Staatsanwältin forderte dennoch zweieinhalb Jahre Haft. Letzendlich verurteilte das Schöffengericht Dachau den Mann zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung. 

Der Anwalt des Angeklagten betonte beim Prozess übrigens, dass es gar kein Video gegeben hätte. Durch sein Geständnis hat der 30-Jährige dem Pfarrer eine Aussage vor Gericht erspart. Deshalb musste in der Hauptverhandlung das Verhältnis zwischen den beiden Männern nicht thematisiert werden.