Wien-Josefstadt: Schwules Paar bei Straßenfest beschimpft

Grüne: Kein Hass und Hetze im Regenbogenbezirk Josefstadt

Wien
GGG.at

Zwei homophobe Vorfälle hat es in den letzten Wochen in der Josefstadt, dem 8. Wiener Gemeindebezirk gegeben: So wurde ein schwules Paar bei einem Straßenfest angepöbelt, und die Regenbogenflagge vor dem Volkskundemuseum wurde von Unbekannten erneut gestohlen – diesmal mit roher Gewalt. 

Beim Grätzelfest wurde das Paar beschimpft und mit Rotwein angeschüttet

Am 17. September fand in der Josefstädter Straße ein großes Grätzelfest, Josef:ine genannt, statt. Die Bewohner:innen des Bezirks feierten die lokalen Betriebe zeigten ihre Leistungen, die Hauptstraße des Bezirks war an diesem Tag für das Fest gesperrt. Unter den Feiernden war auch ein schwules Paar – doch für die beiden endete das Fest anders als geplant, wie der Grüne Bezirksrat Emir Dizdarević berichtet. 

“Als das Paar kuschelnd bei einer Tanzfläche stand, wurde es von drei Männern verbal beschimpft und mit Rotwein angeschüttet”, so Dizdarević auf Facebook. Die Angreifer konnten in der Menge unerkannt entkommen. Doch für den Bezirkspolitiker ist klar: “Hass und Hetze haben in der Regenbogenstadt Wien nichts verloren, besonders nicht im Regenbogenbezirk Josefstadt!” 

Awareness-Teams sollen solche Vorfälle künftig verhindern

Um solche Vorfälle künftig zu verhindern, hat Dizdarević im Bezirksparlament einen Antrag an den zuständigen Stadtrat, Christoph Wiederkehr von den Neos, eingebracht: In Zukunft sollen Veranstaltungen in der Josefstadt durch Awareness-Teams begleitet werden. Diese seien ein erprobtes Mittel, um sanft in das Zusammenleben im öffentlichen Raum einzugreifen und soziale Spannungen zu vermindern. 

In der Josefstädter Bezirksvertretung wurde bei der letzten Sitzung der Antrag auf Vorschlag der SPÖ einstimmig der Kulturkommission zugewiesen. Dort wird nun ein Konzept erarbeitet, das dann überfraktionell an Wiederkehr als zuständigen Stadtrat geht. 

Die Regenbogen-Flagge des Volkskunde-Museums wurde erneut gestohlen

Doch der Vorfall beim Josefstädter Straßenfest war kein Einzelfall. Wenige hundert Meter entfernt, am Museum für Volkskunde, wurde erneut die Regenbogenflagge gestohlen. Doch diesmal waren die unbekannten Täter:innen gründlich: Der Fahnenmast wurde offenbar mit einer Säge abgeschnitten. 

Es ist nicht das erste Mal, dass die Regenbogenfahne am Museum in der Laudongasse mutwillig entfernt wird: Schon Ende März wurde die Flagge im Herzen der Josefstadt zerschnitten. Auch damals hatten die Täter einigen Aufwand betrieben, um an die Fahne zu kommen, mussten sie doch offenbar auf den Balkon klettern. 

“Wir bringen jede dieser Sachbeschädigungen zur Anzeige, denn es sind Angriffe auf unsere demokratischen Werte und Meinungsfreiheit”, so das Volkskundemuseum nun auf Twitter. Einschüchtern lässt man sich durch die Vandalen nicht: “Die nächste Fahne liegt schon bereit”, machen sie ihre Haltung deutlich.