Erneut schwulenfeindliche Gewalttat in Frankfurt/Main

Schläge, Tritte und Beschimpfungen - ohne ersichtlichen Grund

Polizei
Symbolbild - Fotolia

In der Innenstadt von Frankfurt/Main hat es in der Nacht zum Sonntag erneut eine homophobe Gewalttat gegeben: Wie die Polizei berichtet, wurde ein 22-Jähriger im Bereich der B-Ebene an der Konstablerwache schwulenfeindlich beleidigt und körperlich angegriffen. Der Angreifer konnte unerkannt entkommen. 

Nach der Beschimpfung „Scheiß-Schwuchtel“ flogen die Fäuste

Der 22-Jährige stand gegen 6.30 Uhr auf der Rolltreppe, die in die B-Ebene führt. Plötzlich wurde er von dem Mann, der vor ihm stand, mit dem Satz “Sieh’ mich nicht so an” gemaßregelt. Als der junge Mann daraufhin reagierte, beschimpfte ihn der Unbekannte als “Hurensohn” und “Scheiß-Schwuchtel”. 

Daraufhin wollte der 22-Jährige eine weitere Auseinandersetzung mit dem Mann verhindern – doch der schlug ihm ohne Vorwarnung ins Gesicht. Als sich das Opfer von dem Angreifer wegdrehte, erhielt er einen weiteren Schlag und einen Tritt in den Rücken. 

Die Polizei bittet Zeug:innen um Mithilfe

Daraufhin flüchtete der 22-Jährige auf das Plateau der Konstablerwache. Der Polizei zufolge habe der Angreifer noch versucht, ihn zu verfolgen. Er flüchtete dann aber in unbekannte Richtung. Über den Grad der Verletzungen bei dem 22-Jährigen ist nichts bekannt. 

Nun sucht die Frankfurter Polizei nach dem Mann: Er soll etwa 170 bis 175 Zentimeter groß sein und dunkle kurze Haare haben. Er war zum Zeitpunkt der Tat mit einem schwarzen Oberteil und hellen Jeans bekleidet. Zeug:innen werden gebeten, sich mit der Frankfurter Polizei unter der Telefonnummer +49/(0)69/755-10100 in Verbindung zu setzen. 

Zahl der LGBTI-feindlichen Vorfälle in der Frankfurter Innenstadt nimmt zu

In der letzten Zeit häuft sich die Zahl der gemeldeten homo- und transphoben Zwischenfälle aus der Frankfurter Innenstadt: Erst Ende März sollen fünf Männer eine Dragqueen und ihre Begleiter angegriffen haben. Zwei Wochen zuvor war die Dragqueen Electra Pain an der Konstablerwache von einer „Horde junger Männer“ mit Pfefferspray angegriffen worden. In beiden Fällen konnten die Angreifer unerkannt entkommen.

Der Frankfurter Stadtregierung ist das Problem bekannt: Die Konstablerwache sei „insbesondere in den Abend- und Nachstunden ein unsicherer Ort für bestimmte Menschen“ geworden, so Dimitrios Bakakis, Chef der Grünen in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung, Mitte März. Konkrete Gegenmaßnahmen gibt es bis jetzt aber nicht.