Mit Flasche und Pfefferspray angegriffen: Wieder ein schwulenfeindlicher Angriff in Frankfurt

Nun bittet die Polizei mögliche Zeug:innen um Mithilfe

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Am Wochenende ist es in der Frankfurter Innenstadt erneut zu einem LGBT-feindlichen Übergriff gekommen: Ein 22-Jähriger wurde mit einer Flasche und Pfefferspray verletzt. Die Angreifer konnten unerkannt entkommen.

Der 22-Jährige und seine Begleiter wurden zunächst beleidigt

Der Vorfall hat sich der Frankfurter Polizei zufolge am Samstag gegen 5.35 Uhr ereignet. Der 22-Jährige war mit vier weiteren Personen auf dem Weg von der Alten Gasse zur Konstablerwache. Im Bereich der Großen Friedberger Straße sprach eine Gruppe aus drei bis fünf Personen den 22-Jährigen und seine Begleiter an und beleidigte sie schwulenfeindlich.

Die Gruppe um den 22-Jährigen versuchte, ihre Gegner zu beschwichtigen, um eine Auseinandersetzung zu vermeiden. Trotzdem griff einer aus dieser Gruppe den 22-Jährigen mit einer Glasflasche an. Dieser konnte den Angriff abwehren. Dabei zerbrach die Flasche und der junge Mann zog sich Schnittverletzungen an der Hand zu.

Es entwickelte sich ein Handgemenge, als Zeug:innen kamen, flüchteten die Angreifer

Es entwickelte sich ein Handgemenge zwischen dem 22-Jährigen und dem Angreifer, wobei dieser sein Opfer dem Polizeibericht zufolge auch „in den Schwitzkasten nahm“. Als Zeug:innen auf die Situation aufmerksam wurden, flüchteten die Angreifer in Richtung Kostablerwache.

Doch bevor der Unbekannte den jungen Mann aus dem Schwitzkasten nahm, sprühte ihm einer seiner Begleiter noch Pfefferspray ins Gesicht. Eine sofort eingeleitete Fahhndung nach den Angreifern verlief ergebnislos.

Die Polizei hat eine Beschreibung der Tatverdächtigen veröffentlicht

Nun sucht die Frankfurter Polizei nach weiteren Zeug:innen des Vorfalls. Dazu hat sie eine Beschreibung der Tatverdächtigen veröffentlicht.

Der erste mutmaßliche Angreifer ist etwa 1,85 Meter groß, hat sehr kurze Haare und eine mitteleuropäische Erscheinung. Er war mit einem weißen T-Shirt und Jeans bekleidet und soll mit der Glasflasche zugeschlagen haben.

Jener Jugendliche, der das Reizgas auf den 22-Jährigen gesprüht haben soll, war etwa 1,75 bis 1,85 Meter groß und hatte dunkle kurze Haare. Auch er wird als mitteleuropäischer Typ beschrieben, er trug ein schwarzes T-Shirt und Jeans.

Die Frankfurter Polizei bittet Zeug:innen, die Hinweise zur Tat oder den Tatverdächtigen machen können, sich unter der Telefonnummer +49/(0)69/755-10100 zu melden.

Die Zahl der Übergriffe in der Frankfurter Innenstadt häuft sich

In den letzten Monaten ist es in der Frankfurter Innenstadt immer wieder zu LGBTI-feindlichen Übergriffen gekommen. Zuletzt war vor nicht einmal einem Monat in dem gleichen Viertel ein 37-Jähriger beleidigt und geschlagen. Wenig zuvor wurde ein Mann im Bereich der Konstablerwache als „Scheiß-Schwuchtel“ beschimpft, verprügelt und – als er am Boden lag – auch noch getreten.

Im März wurden in der Frankfurter Innenstadt eine Drag Queen und ihre Begleiter:innen von einer Gruppe junger Männer angegriffen. Dabei wurde ein 25-Jähriger wurde dabei mit einem Nothammer bedroht, die Drag Queen mit einem unbekannten Gegenstand am Kopf getroffen. Zwei Wochen zuvor war die Drag Queen Electra Pain von einer „Horde junger Männer“ mit Pfefferspray angegriffen worden.

In ihrem Kampf gegen LGBTI-feindliche Gewalt setzt die hessische Polizei neben „polizeitaktischen Aktionen“ auch auf die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der queeren Community und den Sicherheitspartnern bei der Stadt Frankfurt am Main.