Mit Stein beworfen: Neuer schwulenfeindlicher Angriff in Frankfurt

Ein 25-Jähriger wurde zuerst beschimpft und dann mit einem Stein beworfen

Sujetbild: Blaulicht eines Polizeiautos
Sujetbild - Adobe Stock

Erneut hat es in Frankfurt am Main eine LGBTI-feindliche Attacke gegeben: Am Sonntag ist ein 25-Jähriger in der Früh zunächst schwulenfeindlich beleidigt und dann mit einem Stein beworfen worden. Nun sucht die Polizei nach Zeugen.

Als der 25-Jährige und sein Freund aus der U-Bahn stiegen, wurden sie bedrängt

Der Vorfall ereignete sich diesmal im Norden der Stadt. Der Mann war gemeinsam mit seinem Partner in der U-Bahn auf dem Weg nach Hause. An der Haltestelle Bonames-Mitte stiegen das Paar und der spätere Angreifer aus. 

Als das Paar in den Ben-Gurion-Ring einbog, beleidigte der Tatverdächtige den 25-Jährigen als „Schwuchtel“. Dann nahm er einen etwa tischtennisballgroßen Stein und warf ihn gegen den Kopf des Opfers. Dann flüchtete er unerkannt. Der 25-Jährige trug von dem Angriff keine sichtbaren Verletzungen davon. 

Nun sucht die Frankfurter Polizei nach Zeug:innen

Die Frankfurter Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie bittet Zeug:innen, die sachdienliche Hinweise haben, sich unter der Telefonnummer +49/(0)69/755-11400 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Die Polizei hat außerdem eine Beschreibung des Tatverdächtigen veröffentlicht: Er soll 25 bis 28 Jahre alt sein, etwa 1,80 Meter groß, dunkelhäutig mit gelockten dunklen Haaren und einer schlanken Statur. Er trug am Sonntagmorgen einen hellen Kapuzenpullover, kurze Hosen und Adiletten.

Angriffe gegen LGBTI in Frankfurt häufen sich

In den letzten Wochen haben mehrere LGBTI-feindliche Übergriffe, vor allem im Bereich der Kostablerwache, für Schlagzeilen gesorgt. So wurde vor nicht einmal zwei Wochen ein 22-Jähriger aus einer Gruppe heraus beleidigt und mit einer Glasflasche angegriffen. Dann wurde ihm Reizgas ins Gesicht gesprüht.

Vor gut einem Monat wurde in der gleichen Gegend ein 37-Jähriger beleidigt und geschlagen. Wenig zuvor wurde ein Mann im Bereich der Konstablerwache als „Scheiß-Schwuchtel“ beschimpft, verprügelt und – als er am Boden lag – auch noch getreten. 

Die Community fordert mehr Unterstützung von Stadt und Polizei

Die Dunkelziffer der Vorfälle, die nicht als LGBTI-feindlich in die Öffentlichkeit kommen, dürfte noch einmal deutlich höher sein: Delikte gegen die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität werden in Frankfurt – anders als beispielsweise in Berlin – nicht gezielt erfasst.

Die Frankfurter LGBTI-Community fordert deshalb zusätzliche Unterstützung von den Behörden – bis jetzt mit mäßigem Erfolg.