Zwei neue Festnahmen nach Anschlag von Oslo

Nach einem amtsbekannten Islamisten wird nun international gefahndet

Oslo
Alexandra von Gutthenbach-Lindau/Pixabay - CC0

Drei Monate nach dem Terroranschlag auf eine Schwulenbar in Oslo, bei dem zwei Menschen starben, hat die norwegische Polizei nun zwei weitere Männer festgenommen. Nach einem vierten Mann, einem bekannten Islamisten, wird nun international gefahndet. 

Den beiden Männern wird Beihilfe zum Terrorismus vorgeworfen

Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen Mann im Alter von 40 bis 50 Jahren mit somalischer Staatsbürgerschaft und um einen Norweger im Alter von 30 bis 40 Jahren. Sie wohnen beide in Oslo und waren der Polizei bereits vorher bekannt. Ihnen wird Beihilfe zu Terrortaten vorgeworfen, so die Polizei.

Zusammen mit dem Tatverdächtigen, der wenige Minuten nach den Schüssen festgenommen werden konnte, sind somit drei Männer wegen den Anschlägen auf die LGBTI-Community am 25. Juni in Oslo in Polizeigewahrsam. Die Polizei hatte schon bald nach dem Anschlag vermutet, dass weitere Personen in die Tat involviert sein könnten.

Nach einem vierten Mann wird international wegen Beihilfe zu Terrortaten gefahndet. Bei ihm handelt es sich um einen norwegischen Staatsbürger im Alter von 40 bis 50 Jahren, der als Islamist polizeibekannt ist. Die Polizei geht davon aus, dass er sich derzeit in Pakistan aufhält.

Der Tatverdächtige schweigt weiter

Bei der Tat, die am Abend vor der Oslo Pride geschah, hatte ein 43-jähriger Norweger mit iranischen Wurzeln in der Nähe einer beliebten Schwulenbar in die Menge geschossen. Dabei wurden zwei Menschen getötet, 21 weitere wurden verletzt. Der Mann wurde wenige Minuten nach den ersten Schüssen durch beherzte Passanten überwältigt. 

Der Mann, für den die Unschuldsvermutung gilt, sitzt seitdem wegen des dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft. Er verweigert aber gegenüber den Behörden jede Aussage. Er soll mit dem nun international gesuchten Islamisten vor der Tat über längere Zeit Kontakt gehabt haben.

Der Angriff wurde schon bald von den Behörden als islamischer Terroranschlag eingestuft. Der Terrorverdacht habe sich erhärtet, so Polizeianwalt Børge Enoksen am Montag auf einer Pressekonferenz. Die Polizei geht davon aus, der Angriff habe sich explizit gegen die LGBTI-Community gerichtet.