Mittwoch, 24. Juli 2024
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Anschlag mit Feuerlöscher auf Schwules Museum Berlin

Gut einen Monat, nachdem auf das Schwule Museum Berlin geschossen wurde, gab es nun einen weiteren Angriff auf die Einrichtung im Berliner Stadtteil Tiergarten.

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Wieder wurde das Schwule Museum in Berlin zum Ziel eines Vandalenaktes: Wie die Berliner Polizei bekanntgab, beobachte eine Passantin, dass zwei Jugendliche am Freitag gegen 14.45 Uhr den Inhalt eines Feuerlöschers auf die Fassade des Museums sprühten.

Die Jugendlichen flüchteten in verschiedene Richtungen

Anschließend flüchteten die Unbekannten in verschiedene Richtungen. Ein Jugendlicher flüchtete in Richtung Derfflingerstraße, der andere in Richtung Lützowplatz. Den Feuerlöscher ließen sie auf dem Gehsteig vor dem Museum zurück. Eine Mitarbeiterin des Museums alarmierte die Einsatzkräfte.

Die Fassade des Schwulen Museums wurde durch das Löschpulver nicht beschädigt. Die unbekannten Jugendlichen wurden wegen des Verdachts des Missbrauchs von Nothilfemitteln angezeigt.

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Der zweite Vorfall innerhalb eines Monats

Der Vorfall ereignete sich etwa ein Monat nach dem letzten Anschlag auf das Schwule Museum in Berlin: Damals haben Unbekannte auf das Museum geschossen. An der Hausfront konnten insgesamt sechs Einschussstellen gezählt werden.

Es war nicht der erste Schuss-Anschlag auf das SMU. Bereits 2016 und im April 2020 hat es ähnliche Angriffe gegeben. Im Jahr 2016 beschädigten Metallkugeln das Museum an sechs Stellen. Im April 2020 wurde eine Scheibe durch zwei Einschlaglöcher zerstört.

Eines der größten queeren Museen der Welt

Das Schwule Museum Berlin gilt als eines der größten queeren Museen die Welt. Allein die Sammlung des 1985 gegründeten Museums umfasst etwa 1,5 Millionen Archivalien. Seit 2013 befindet es sich auf seinem jetzigen Standort in Berlin-Tiergarten.

Auf der Ausstellungsfläche von knapp 700 Quadratmetern gibt es normalerweise bis zu vier Ausstellungen gleichzeitig zu sehen. Jedes Jahr nutzen tausende Besucher:innen diese vom Land Berlin geförderten Einblicke in queere Geschichte, Kunst und Aktivismus.