Freitag, 19. Juli 2024
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Neuköllner Bürgermeister: „Erschreckende Gewaltserie“ gegen Minderheiten

Immer öfter gibt es in Berlin-Neukölln Angriffe auf Angehörige bestimmter Minderheiten - auch sexuelle Minderheiten. Nun meldet sich der Neuköllner Bezirksbürgermeister zu dieser Serie der Gewalt zu Wort.

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Von einer „erschreckenden Gewaltserie“ spricht der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel von der SPD nach den jüngsten Gewalttaten in seinem Bezirk, von der auch Angehörige sexueller Minderheiten betroffen sind.

Angriffe auf Menschen, die anders aussehen, sind fast an der Tagesordnung

Angriffe auf einen Hebräisch sprechenden Touristen, lesbische oder schwule Menschen und zuletzt einen Mann, der eine islamische Gebetsmütze als modisches Accessoire trug, zeigen, dass freiheitliche Werte im Alltag regelmäßig angegriffen werden könnten, so Hikel in der zum Springer-Konzern gehörenden Tageszeitung Welt .

„Jedem Neuköllner muss klar sein, dass in einem freiheitlichen Land die individuelle Freiheit und Lebensführung der Einzelnen nicht angegriffen werden dürfen“, betonte der Bezirksbürgermeister. Konkrete Maßnahmen nannte der Politiker nicht.

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Auch Angriffe gegen sexuelle Minderheiten häufen sich

In den letzten Wochen hat es in Neukölln immer wieder Gewalttaten gegen sexuelle Minderheiten gegeben. So hat ein Unbekannter Mitte Juli einer nicht-binären Person mit der Faust ins Gesicht geschlagen, weil ihm das Erscheinungsbild der Person nicht passte.

Drei Wochen zuvor haben vier Unbekannte zwei Männer homophob beleidigt und tätlich angegriffen. Auch hier konnten die Angreifer unerkannt flüchten. Und erst letzte Woche wurde unweit der Sonnenallee ein lesbisches Paar von einer Gruppe Jugendlicher krankenhausreif geschlagen.

Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen

Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin  online eine Anzeige aufgeben.

Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.