Samstag, 20. Juli 2024
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28 Mal auf trans Mädchen eingestochen: Zwei Teenagern droht lebenslange Haft

In Großbritannien sind zwei Jugendliche des grausamen Mordes an einem 16 Jahre alten trans Mädchen schuldig gesprochen worden. Die Jugendlichen hätten die Tat monatelang geplant, ist das Gericht überzeugt.

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Es war am 11. Februar, als die 16 Jahre alte Brianna Ghey in einem Park in Warrington in der Nähe von Manchester im Nordwesten Englands brutal ermordet wurde. 28 Mal wurde mit einem Jagdmesser auf sie eingestochen, bevor ihre Leiche entdeckt wurde. Ein „brutaler Angriff“, urteilte Richterin Amanda Yip.

Nur vier Stunden und 40 Minuten berieten die Geschworenen

Nun wurden zwei Jugendliche des Mordes an dem trans Mädchen schuldig gesprochen. Die Geschworenen am Manchester Crown Court – sieben Männer und fünf Frauen – berieten sich dafür nur vier Stunden und 40 Minuten lang. Das Strafmaß soll erst nach Weihnachten verkündet werden. Die Richterin erklärte, dass sie wohl lebenslange Haft verhängen werde.

Die beiden Angeklagten, ein Bursch und ein Mädchen, waren zum Zeitpunkt der Tat erst 15 Jahre alt. Es war keine Tat im Affekt: Sie schmiedeten über Monate einen Mordplan und erstellten eine Liste mit möglichen Opfern, bevor sie sich schließlich für Brianna entschieden.

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Vor Gericht zeigten die Teenager „kein bisschen Reue“

Wer von ihnen Brianna tötete, bleibt ihr Geheimnis. Vor Gericht haben sie die Tötung jeweils bestritten und sich gegenseitig die Schuld an der Tat zugeschoben. Die Forensik konnte im Nachhinein nicht klären, ob eine:r oder beide von ihnen das Messer in der Hand hatten.

Vor dem Gerichtsgebäude sagte Briannas Mutter Esther Ghey, die beiden Angeklagten hätten „kein bisschen Reue“ gezeigt. „Zu wissen, wie verängstigt mein sonst so furchtloses Kind gewesen sein muss, als sie allein in diesem Park mit jemandem war, den sie ihren Freund nannte, wird mich für immer verfolgen“, sagte sie. Sie rief aber dazu auf, den Familien der beiden Jugendlichen etwas Empathie und Mitgefühl zu zeigen.

Die Jugendlichen dürften sich gegenseitig aufgestachelt haben

Auch, wenn die beiden Jugendlichen nicht polizeibekannt waren, dürften sie tickende Zeitbomben gewesen sein: Die stellvertretende Oberstaatsanwältin Ursula Doyle sagte, die beiden Jugendlichen scheinen „tödlichen Einfluss aufeinander ausgeübt und ihre dunklen Mordfantasien in die Tat umgesetzt zu haben“.

Der Staatsanwaltschaft zufolge haben sie Hunderte von WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht, in denen sie Mord- und Folterfantasien austauschten. Das Mädchen gab außerdem zu, dass die sich gerne Videos über Serienmörder, Mord und Folter ansah.

Für Nigel Parr, Detective Inspector bei der Polizei von Cheshire, war der Mord an dem 16 Jahre alten Mädchen ein sinnloser Mord – „begangen von zwei Teenagern, die von Mord besessen waren und deren einziges Motiv für die Tötung von Brianna darin bestand, zu erfahren, wie das sein würde“.