Zwei Übergriffe auf CSD-Besucher in Berlin

Polizeilicher Staatsschutz ermittelt in zwei Fällen

Polizei
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Insgesamt drei Besucher des 38. Berliner CSD, der am Samstag stattgefunden hatte, wurden nach der Parade Opfer von Hasskriminalität. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die Ermittlungen übernommen.

Wedding: Jungem Burschen von Trio auf den Kopf geschlagen

Im ersten Fall ging ein 21-Jähriger mit seinem ein Jahr jüngeren Begleiter nach einer CSD-Veranstaltung an einem Imbiss in Berlin-Wedding vorbei. Dort standen drei Männer, einer von ihnen fragte den 21-Jährigen, warum er schwarze Striche im Gesicht hatte. Daraufhin sagte dieser, woher er kam und ging weiter.

Die drei Männer folgten den Beiden. Zunächst soll einer der Drei über das Basecap des 20-jährigen Begleiters gestreichelt und dessen Kopf nach unten gedrückt haben. Daraufhin wollte der 21-Jährige die Hand wegschieben, woraufhin der Mann gewalttätig wurde: Er soll den Burschen mit der Faust und der flachen Hand mehrmals gegen den Kopf geschlagen haben, bis dieser zu Boden ging. Dann soll auch noch ein weiteres Mitglied des Trios auf den Burschen eingeschlagen haben. Anschließend flüchteten die drei Männer.

Der 21-Jährige musste von der Ambulanz zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Er erlitt bei dem Angriff Kopf- und Armverletzungen. Sein Begleiter wurde nicht verletzt.

23-Jähriger in der S-Bahn im Stadtzentrum verletzt

Bei einem zweiten Angriff wurde ein 23-Jähriger wegen „seines Erscheinungsbildes“ in der S-Bahn auf Höhe Hackescher Markt verprügelt. Eigenen Aussagen zufolge war er zwischen 17.00 und 18.00 Uhr in der S 75 auf dem Heimweg vom CSD, als er von zwei Männern angepöbelt wurde. Die beiden Männer schlugen ihm dann ohne jede Vorwarnung ins Gesicht.

Dabei wurde ihm das Nasenbein gebrochen, sein linkes Auge war deutlich geschwollen. Nach der Erstversorgung brachten ihn Sanitäter ins Krankenhaus Mitte, das schließlich die Polizei verständigte.

Zahl der Hassverbrechen gegen LGBT in Berlin steigt

In beiden Fällen ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes Berlin, weil der Verdacht auf Hasskriminalität besteht. Der aktuellen Kriminalstatistik zufolge wurden 2015 insgesamt 105 Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung gemeldet. Das ist um ein Viertel mehr als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote sank auf 42 Prozent.

Der 38. Christopher Street Day in Berlin fand am Samstag statt. Mehrere hunderttausend Menschen zogen friedlich von der City West zum Brandenburger Tor, wo die Abschlusskundgebung stattfand.